Tag der Patientensicherheit

Hygiene in den Fokus

Am 17. September findet der erste Aktionstag der Patientensicherheit statt. Im Fokus: "Hygiene und Vermeidung von Infektionen in Gesundheitseinrichtungen". Den Erfolg solcher Aktionen belegt eine aktuelle Studie.

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Vermeidung von Infektionen: Die richtige Händedesinfektion ist das A und O.

Vermeidung von Infektionen: Die richtige Händedesinfektion ist das A und O.

© Gerhard Seybert / fotolia.com

BERLIN. Der Internationale Tag der Patientensicherheit widmet sich in seinem ersten Jahr der Hygiene und der Vermeidung von Infektionen. Bundesweit beteiligen sich am Aktionstag, der am 17. September stattfindet, über 150 Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Bei den Veranstaltungen, die sich gleichermaßen an Ärzte und Pflegepersonal sowie Patienten richten, wird der Fokus auch auf der regelmäßigen Händedesinfektion liegen.

Eine neue, bisher unveröffentlichte Studie der "Aktion saubere Hände" zeigt, dass öffentlichkeitswirksame Aktionen das Bewusstsein für solche Problemfelder schärfen kann.

Der Gesamtverbrauch an Händedesinfektionsmittel ist laut den Studienergebnissen seit 2008 um 81 Prozent gestiegen, berichtete Professorin Petra Gastmeier, Direktorin des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an der Charité-Universitätsmedizin Berlin, im Vorfeld des Aktionstags: "Dies ist ein positiver Trend, den es zu halten und weiter zu steigern gilt."

"Aktion saubere Hände" in jedem zweiten Krankenhaus

Die "Aktion saubere Hände" wurde Anfang 2008 vom Nationalen Referenzzentrum für die Surveillance von nosokomialen Infektionen zusammen mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) ins Leben gerufen.

Inzwischen beteiligt sich die Hälfte aller deutschen Krankenhäuser an der Kampagne. Sie melden dem Internetportal HAND-KISS ihren Verbrauch an Handdesinfektionsmitteln.

Dennoch sind laut APS noch nicht alle Ziele erreicht - weshalb etwa auch der Tag der Patientensicherheit ins Leben gerufen wurde. Gemeinsam mit internationalen Partnern hatte das APS den Tag ausgerufen, um Strategien zur Vermeidung sogenannter unerwünschter Ereignisse zu erarbeiten und so die Patientensicherheit zu erhöhen.

Denn auch in der Händedesinfektion gebe es noch immer große Unterschiede zwischen Stationstypen, Berufsgruppen und Indikationen. Am besten ist die Compliance auf Stationen, auf denen Kinder betreut werden, berichtete Hedwig François-Kettner, Vorsitzende des APS.

Ärzte lägen im Schnitt unter dem Pflegepersonal, was die Ausübung der Händedesinfektion betrifft. Besonders häufig unterlassen werde die Händedesinfektion beim Patientenkontakt.

Krankenhauskeime jedes Jahr bei etwa 600.000 Patienten

Weiteres Thema werden Infektionen in der stationären Versorgung sein. Jedes Jahr infizieren sich laut APS etwa 400.000 bis 600.000 Patienten in deutschen Krankenhäusern an Keimen.

Besonders treffen die Komplikationen alte und sehr junge Patienten, chronisch Kranke sowie durch große Op Geschwächte.

Ein Drittel der Infektionen gilt dabei als vermeidbar. "Patienten sind auf die Sorgfalt Dritter bei der Durchführung der Krankenhaushygiene angewiesen", sagte Professor Hartmut Siebert, stellvertretender APS-Vorsitzender. Hier gäbe es noch Handlungsbedarf auf allen Ebenen. (jk)

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