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Pflege

Im Alter am liebsten in einer Wohngruppe

Wie können die Herausforderungen in der Pflege angegangen werden? Die AOK Hessen hat Antworten mittels einer Umfrage gesucht.

Christoph BarkewitzVon Christoph Barkewitz Veröffentlicht:

BAD HOMBURG. Sollte eine häusliche Pflege nicht möglich sein, wünschen sich die Deutschen am liebsten einen Aufenthalt in stationären Wohngruppen oder Senioren-Wohngemeinschaften. Dies ergab eine Umfrage der AOK Hessen zu den Herausforderungen der Pflege in der Zukunft.

Demnach favorisieren die Wohngruppe 86 Prozent der Deutschen, unter den Befragten in Hessen 87 Prozent. Die Senioren-WG bevorzugen acht von zehn Deutschen und drei von vier Hessen.

79 Prozent aller Befragten wünschen sich eine Unterbringung in einem wohnortnahen Pflegeheim, Seniorenresidenzen können sich 79 der Deutschen (Hessen 78 Prozent) vorstellen, Mehrgenerationenhäuser kämen für 78 Prozent in Betracht (Hessen 74 Prozent). Mehrfachnennungen waren möglich.

Bei der Frage, wer die Pflegearbeit leisten soll, wäre eine Mehrheit mit Quereinsteigern einverstanden: 27 Prozent der Deutschen können sich der repräsentativen Umfrage unter 1200 Teilnehmern zufolge das „sehr gut“ vorstellen, weitere 46 Prozent „eher“.

Akademisierung wird von den meisten begrüßt

Eine bessere Ausbildung bis hin zu einer Akademisierung des Pflegeberufs würden insgesamt 89 Prozent der Bundesbürger sehr oder eher begrüßen. Verbesserte Arbeitsbedingungen zur Steigerung der Attraktivität befürworten 68 Prozent der Deutschen (Hessen 60 Prozent).

Jeder Dritte zeigt sich skeptisch gegenüber der Ausbildung von Migranten zu Pflegekräften. 23 Prozent „favorisieren“ dies, weitere 45 Prozent begrüßen dies demnach „eher“.

Ein verpflichtendes Pflege-Dienstjahr nach dem Schulabschluss – vergleichbar dem früheren Zivildienst – würden 60 Prozent der Deutschen zustimmen. In Hessen liegt der Anteil der Befürworter mit 50 Prozent allerdings deutlich niedriger.

Im Bereich der häuslichen Pflege wünschen sich 82 Prozent der Bundesbürger (Hessen 84 Prozent) mehr Beratung durch Pflegeexperten zu praktischen Fragen der Pflege.

80 Prozent (Hessen 78 Prozent) präferieren eine zeitlich begrenzte Freistellung oder Arbeitszeitreduzierung bei vermindertem Gehalt für pflegende Angehörige. Sollten sie einen höheren Betrag von der Pflegeversicherung erhalten, wären 66 Prozent (Hessen 58 Prozent) bereit, die gesamte Pflege selbst zu organisieren und zu bezahlen (inklusive Hilfsmittel).

Angesichts zehntausender fehlender Pflegekräfte ist die Frage nach der Unterstützung durch Pflegeroboter interessant. Vor allem für körperlich schwere Tätigkeiten können sich das viele Befragte vorstellen: Infrage kämen die Patientenbeförderung im Rollstuhl (54 Prozent gesamt/56 Prozent Hessen), das Umbetten (36/36 Prozent), Unterstützung beim Essen (29/28 Prozent) und beim Toilettengang (26/23 Prozent). Die Gabe von Arzneien wünschen sich aber nur 15 Prozent (Hessen 18 Prozent).

46 Prozent behalten sich allerdings vor, selbst zu entscheiden, ob die Pflegeleistung von einem Mensch oder eine Maschine erfolgen soll. Im Falle der Zustimmung spielt dabei ein menschliches Aussehen des Roboters nur eine geringe Rolle: Bloß zehn Prozent wünschen dies.

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