Berufspolitik

Immer mehr Arbeit für Gift-Informationszentrum

GÖTTINGEN (cben). Die meisten Vergiftungen bei Erwachsenen sind Folge von falsch eingenommenen Arzneimitteln. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht des Giftinformationszentrums-Nord der Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen (GIZ-Nord) an der Universitätsmedizin Göttingen hervor.

Veröffentlicht: 13.11.2008, 05:00 Uhr

Der Bericht für das Jahr 2007 nennt detailliert die Vergiftungsursachen, die Altersgruppen der Betroffenen und die Schwere der Vergiftungen. Die größte Gefahr bestehe für Kinder durch chemische Produkte, Arzneimittel und Pflanzen. Bei Erwachsenen überwiegen Vergiftungen mit Arzneimitteln, so das GIZ-Nord. Der kostenlose Service des GIZ-Nord wurde zu 56 Prozent von Bürgern und zu 44 Prozent von medizinischem Fachpersonal genutzt, hieß es. Selbst Anfragen aus China, Grönland und Simbabwe erreichten die Göttinger Spezialisten.

Das GIZ-Nord verzeichnete im Jahr 2007 eine konstante Steigerung der Anfragen. Im Jahr 2007 wurden danach von den ärztlichen Beratern 32 019 Anfragen zu Vergiftungen beantwortet. "Die Steigerung der Anfragen um sechs Prozent dokumentiert die weiterhin exzellente Akzeptanz der Institution bei der Bevölkerung und den Ärzten und unterstreicht seine Notwendigkeit", erklärte Herbert Desel, Leiter des Giftinformationszentrums-Nord.

Die Anzahl der Publikationen aus dem GIZ-Nord stieg von 14 im Jahr 2006 auf 20 für das Jahr 2007, so der Jahresbericht. Insgesamt 47 Mal berichteten die Mitarbeiter auf Einladung in auswärtigen Kliniken und auf wissenschaftlichen Kongressen über verschiedene Aspekte ihrer Arbeit. Im Vorjahr war es noch 34 Mal.

Neben der Beratung überwacht das Giftinformationszentrum Nord auch die Gesundheitsgefahren durch Giftstoffe. So werden im Göttinger Informationszentrum auch die genauen Vergiftungsumstände bei Haushaltschemikalien analysiert.

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