Direkt zum Inhaltsbereich

Metastasierter Brustkrebs

Immer noch ein Tabuthema

Öffentlichkeit herstellen für Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs - ein anspruchsvolles Ziel: Die "Dialogrunde Brustkrebs" diskutiert Lösungsoptionen.

Christoph FuhrVon Christoph Fuhr Veröffentlicht:

WIESBADEN. Viele Selbsthilfegruppen für Patientinnen mit Brustkrebs in einem frühen Stadium machen in Deutschland eine gute Arbeit. Frauen mit metastasiertem Krebs fühlen sich dort aber oft ausgegrenzt und nicht willkommen. Diese Erfahrung hat Eva Schumacher-Wulf gemacht.

Die Herausgeberin des Brustkrebsmagazins "Mamma Mia" liefert dafür eine einleuchtende Erklärung: Wer Brustkrebs in einem frühen Stadium hat, der scheut den Umgang mit Frauen, bei denen die Erkrankung schon weit fortgeschritten ist.

Frauen fühlen sich alleingelassen

"Die besonderen Bedürfnisse der Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs sind in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie fühlen sich mit ihren Sorgen und Nöten sehr oft allein gelassen", erläuterte Renate Haidinger, 1. Vorsitzende des Vereins "Brustkrebs Deutschland", bei der zweiten Dialogrunde Brustkrebs in Wiesbaden - ein Kommunikationsforum, das im vergangenen Jahr mit dem Ziel ins Leben gerufen wurde, die Probleme dieser Patientinnen stärker in der Öffentlichkeit transparent zu machen.

Das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern und das Leben der betroffenen Frauen bei möglichst guter Lebensqualität zu verlängern - das sei Ziel der Therapie, erläuterte Professor Christian Jackisch, Chefarzt des Sana-Klinikums Offenbach Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.

"Wir können die Erkrankung heute mitunter über viele Jahre kontrollieren", sagte Jackisch, der auch Präsident der Hessischen Krebsgesellschaft ist.

Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) wies darauf hin, dass sich das Land Hessen mit einem klinischen Krebsregister und einem Onkologiekonzept seiner besonderen Verantwortung im Kampf gegen Brustkrebs stelle.

Defizite bei der Nachsorge

Erheblichen Nachholbedarf sieht Grüttner allerdings bei der Versorgung von Langzeitpatienten. Er ließ keinen Zweifel daran, dass es nur über den öffentlichen Diskurs möglich sei, für die Probleme von Frauen mit Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium zu sensibilisieren.

Defizite mit Blick auf die Nachsorge nach Klinikaufenthalten räumte Sigrid Erfurth, stellvertretende Fraktionschefin von Bündnis 90/Grüne im Hessischen Landtag, ein. Anträge für schnelle Hilfe würden mit einer zu großen Zeitverzögerung bearbeitet und Leistungserbringer seien oft nicht effizient vernetzt, kritisierte sie und mahnte Handlungsbedarf an .

Deutlich wurde in Wiesbaden, dass die Probleme der Brustkrebspatientinnen nur gelöst werden können, wenn viele Partner gemeinsam an einem Strang ziehen.

Ohne partnerschaftliche Zusammenarbeit, fundierte Gesundheitsinformationen und kontinuierliche Dialoge könne sich der medizinische Fortschritt nicht weiterentwickeln und komme auch nicht in den Praxen an, sagte Carl Janssen, Leiter von Pfizer Oncology Deutschland und einer der Geschäftsführer der Pfizer Pharma GmbH.

Die "Dialogrunde Brustkrebs" ist eine Initiative von Pfizer Oncology, dem Verein Brustkrebs Deutschland e.V. in Kooperation mit "Mamma Mia! - Das Brustkrebsmagazin" und der "Ärzte Zeitung". Weitere Veranstaltungen sind geplant.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Künftig werden Rollen und Haltungen gelehrt

Die ärztliche Weiterbildung bekommt eine neue Struktur

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Mann liegt im Bett und schaut auf sein Handy.

© Andrii Lysenko / Stock.adobe.com

Insomnie

Wie sich schlechter Schlaf auf Schmerzen auswirkt

Nahaufnahme einer männliche Hand, die die Tagesdosen an Vitaminen, Medikamenten, Tabletten und Nahrungsergänzungsmitteln in eine Tablettenbox füllt.

© eliosdnepr / stock.adobe.com

NAKO-Studie

Jeder Vierte erhält offenbar mindestens ein inadäquates Medikament im Alter