Gesundheitspolitik international

Indischer Pharma- und Healthcare-Markt wächst rasant

Indien entwickelt sich mit jährlich zweistelligen Zuwachsraten zu einem bedeutenden Absatzmarkt - gerade für innovative Arzneien westlicher Anbieter.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Metro in Neu-Delhi: Mit zunehmendem Wohlstand nähern sich Inder dem Westen an und fragen dessen Produkte, wie Arzneien, nach.

Metro in Neu-Delhi: Mit zunehmendem Wohlstand nähern sich Inder dem Westen an und fragen dessen Produkte, wie Arzneien, nach.

© paul prescott/fotolia.com

MÜNCHEN. Die Pharma- und Healthcare-Branchen blicken erwartungsvoll nach Indien. Denn im Jahr 2025 werden bis zu 13 Prozent des durchschnittlichen Budgets privater Haushalte in das Gesundheitswesen fließen.

So erwarten dies zumindest die Autoren einer aktuellen Studie der Münchener Unternehmensberatung Novumed Life Science Consulting zum indischen Gesundheitsmarkt.

Begünstigt werde diese Entwicklung durch das solide Wirtschaftswachstum, die erhöhte Lebenserwartung - 2010 lag diese bereits bei 63,5 Jahren, Tendenz steigend - und durch den Ausbau des Gesundheitswesens.

Mit wachsendem Wohlstand und zunehmend älterer Bevölkerung ändern sich auch die Krankheitsbilder. Ein Phänomen, das bereits von anderen Ländern bekannt ist, die sich wie zum Beispiel die Vereinigten Arabischen Emirate binnen weniger Jahrzehnte von einer armen Stammesgesellschaft zu einem florierenden Luxustempel transformiert haben.

Bereits heute verzeichne Indien laut der Analyse eine Zunahme an Patienten mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen und Krebserkrankungen. Gleichzeitig hätten die Patienten genug Geld und seien bereit, teure medikamentöse Behandlung selbst zu bezahlen.

Indien auf dem Weg zur Wirtschafts-Supermacht

Indien ist, wie allgemein geschätzt wird, auf dem besten Wege, eine wirtschaftliche Supermacht zu werden. 2010 belegte der Subkontinent nach Bruttoinlandsprodukt betrachtet bereits den elften Platz im weltweiten Vergleich.

Bei fortgesetztem Wachstum wird Indien innerhalb der nächsten 20 Jahre zu den drei wirtschaftsstärksten Nationen zählen. Bereits 2020 wird Indien mit voraussichtlich mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern vor der Volksrepublik China das bevölkerungsreichste Land der Welt sein.

Die Novumed-Analysten schätzen das Volumen des indischen Pharmamarktes gegenwärtig auf 20 Milliarden US-Dollar (rund 15,2 Milliarden Euro). Bereits bis 2015 soll es sich, so die Prognose, verdoppeln. Der wichtigste Treiber für den steigenden Arzneibedarf sei die wachsende Mittelklasse mit höherem Einkommen.

Ein rasantes Wachstum verzeichne zum Beispiel der indische Onkologiemarkt, der von 2008 auf 2009 von 131 Millionen US-Dollar um 36 Prozent auf 178 Millionen und von 2009 auf 2010 um 37 Prozent auf 244 Millionen US-Dollar angewachsen sei.

Bis 2015, so schätzen die Unternehmensberater, soll sich das Volumen auf 523 Millionen US-Dollar mehr als verdoppeln.

Generika dominieren indischen Pharmamarkt

2010 seien etwa eine Million Menschen in Indien an Krebs erkrankt, etwa 700.000 Krebspatienten seien verstorben. Derzeit stellen laut Studie konventionelle Chemotherapeutika mit 48 Prozent das größte Segment im Onkologie-Markt dar.

Das Segment der neuartigen gezielten Krebstherapeutika, wie monoklonale Antikörper, entwickle sich jedoch mit jährlichen Wachstumsraten von 29 Prozent am schnellsten. Onko-Marktführer mit einem Anteil von 18 Prozent sei Roche, gefolgt von Dr. Reddy's Laboratories und NATCO Pharma.

Wie die Novumed-Analysten ausführen, wird der indische Pharmamarkt trotz großer Fortschritte im Bereich Patentschutz und Recht am geistigen Eigentum insgesamt noch zu 70 bis 80 Prozent von niedrigpreisigen, lokal produzierten Generika dominiert.

Allerdings wachse Indiens Bedeutung als Drehscheibe für klinische Forschung und Entwicklung rasch, da es sowohl hinsichtlich der Kosten als auch in Bezug auf die Zulassungsgeschwindigkeit neuer Medikamente überaus wettbewerbsfähig sei.

Mehr zum Thema

WHO-Bericht

Mehr Malaria-Tote wegen COVID-Pandemie

EU-Seuchenbehörde

Omikron in 17 europäischen Ländern

Kommentar zum Gesundheitsdatennutzungsgesetz

Sekundärnutzung ein Gebot der Stunde!

Das könnte Sie auch interessieren
Management tumorassoziierter VTE

© Leo Pharma GmbH

CME-Fortbildung

Management tumorassoziierter VTE

Anzeige | Leo Pharma GmbH
CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

© Leo Pharma GmbH

Empfehlungen

CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Anzeige | Leo Pharma GmbH
Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

© Bristol-Myers Squibb

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

© Alpha Tauri 3D Graphics / shutterstock

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

© Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

CAR-T-Zelltherapie

OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Viele positive Reaktionen auf Karl Lauterbachs Nominierung zum Bundesgesundheitsminister. Aber auch große Erwartungen.

© Michael Kappeler/dpa

Gesundheitsfachleute zum neuen Gesundheitsminister

„Wir als Ärzteschaft wissen, was wir an Lauterbach haben“

Scholz bringt Wissenschaft gegen Populismus in Stellung

© Michaela Illian

Leitartikel zum neuen Gesundheitsminister

Scholz bringt Wissenschaft gegen Populismus in Stellung