Kommentar

Irrweg private Medizin-Uni?

Von Angela MisslbeckAngela Misslbeck Veröffentlicht:

Brandenburg kämpft seit langem gegen den Ärztemangel. Dazu haben sich das Land und seine gesundheitspolitischen Akteure schon viel einfallen lassen. Ob die Initiativen helfen, bleibt abzuwarten. Nun soll eine private Medizinhochschule neue Ärzte bringen.

Nach dem Motto "Ärzte bleiben zum Arbeiten dort, wo sie studiert haben" hoffen die Initiatoren darauf, den Nachwuchs mit der Privathochschule selbst heranzuziehen.

Fraglich ist, ob die Rechnung aufgeht. Nicht umsonst verweist die märkische Gesundheitsministerin auf das Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern, wo das nicht funktioniert.

Doch das Vorhaben ist auch aus anderen Gründen umstritten. Es verstößt gegen das Länderabkommen, wonach Hochschulmedizin Sache Berlins und Reha Brandenburger Hoheitsgebiet ist.

Zugegeben: Dagegen haben schon andere verstoßen. Aber vor allem kostet eine private Medizinerausbildung viel Geld. Die Privatuni Witten-Herdecke, die sich die Brandenburger zum Vorbild genommen haben, hing und hängt forschungspolitisch wie wirtschaftlich am seidenen Faden.

Eine innovative Medizinerausbildung allein genügt nicht den Ansprüchen des Wissenschaftsrats an eine Medizin-Fakultät.

Lesen Sie dazu auch: Eine private Medizin-Uni für Brandenburg?

Mehr zum Thema

Neuer Reformvorschlag

Digitaler Tresen soll Notfallreform retten

Neue Testverordnung

PCR-Tests: Details zur Priorisierung kommen nächste Woche

Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Jörg Dähn

Was wirklich hilft:

Geld, was man für die Ausbildung der Medizinstudierenden ausgeben würde, in die Entlohnung von existenten Ärzten stecken. Wirkt quasi sofort, nicht mit 6-12 Jahren Verspätung.


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Der Bundestag diskutiert darüber, ob eine Corona-Impfpflicht eingeführt werden soll. Die Öffentlichkeit spürt sehr wohl, dass die Politik im Nebel stochert.

© Jens Krick / picture alliance / Flashpic

Kommentar zur Corona-Impfpflicht

Die Debatte ist der Anreiz, nicht die Pflicht

Tendenz weiter nach oben: Mit bis zu 400.000 Infektionen durch Omikron pro Tag rechnen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Präsident Lothar Wieler (l.).

© Wolfgang Kumm / dpa

Neue Testverordnung

PCR-Tests: Details zur Priorisierung kommen nächste Woche

Blick in den Wartebereich einer Notfallambulanz: Künftig sollen Patienten bereits vorab via Ersteinschätzung in den richtigen Versorgungsbereich vermittelt werden.

© Bernd Settnik / ZB / picture alliance

Neuer Reformvorschlag

Digitaler Tresen soll Notfallreform retten