Zahnmedizin

Jeder zweite Zahnarzt ist keine Frau

Der Anteil an Zahnärztinnen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Aktuell liegt der Frauenanteil bei 42,3 Prozent und damit sechs Prozentpunkte höher als im Jahr 2000.

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BERLIN. Sind in der Zahnmedizin die Frauen bald in der Überzahl? Noch dominieren die Männer in der Zahnprofession, wie das statistische Jahrbuch der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zeigt, das jüngst veröffentlicht wurde.

Wie die BZÄK informiert, sei der Anteil an Zahnärztinnen in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Aktuell liege der Frauenanteil bei 42,3 Prozent und damit sechs Prozentpunkte höher als im Jahr 2000. Dieser Trend werde sich durch die hohe Zahl an Zahnmedizinstudentinnen in den nächsten Jahren sogar intensivieren, prognostiziert die BZÄK.

Der steigende Frauenanteil in der Zahnmedizin schlage sich vor allem in Westdeutschland nieder. Die Frauenquote sei in den alten Bundesländern auf 39,2 Prozent (+7,5 Prozentpunkte gegenüber 2000) gestiegen.

In Ostdeutschland, wo seit langem mehr Frauen als Männer zahnmedizinisch tätig seien, sei die Frauenquote nahezu konstant bei 58,5 Prozent geblieben. Es ist nach Einschätzung der BZÄK indes nicht zu erwarten, dass sich die dortige Frauenquote nennenswert erhöhen werde, da die kommenden Ruheständler mehrheitlich weiblich seien.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf als große Baustelle der Zahnmedizin

In Westdeutschland werde sich der Trend jedoch weiter fortsetzen: so seien 2012 schon 60 Prozent der unter 35-jährigen praktizierenden Zahnärzte weiblich gewesen, während in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen der Frauenanteil lediglich bei 28 Prozent gelegen habe.

Wie die BZÄK Bilanz zieht, entschieden sich Frauen häufiger für ein Angestelltenverhältnis als Männer. Mit einem Anteil von 63,1 Prozent seien insgesamt zwei von drei in Zahnarztpraxen angestellten Zahnärzten weiblich.

"Dies ist auch eine politische Zahl", kommentiert der BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel. "Die Zunahme erwerbstätiger Frauen erfordert eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mit - geschlechterübergreifend - familientauglichen Arbeitsverhältnissen.

Damit unterliegt auch die Zahnärzteschaft einem Veränderungsprozess, der nicht zuletzt im Interesse einer optimalen Patientenversorgung gestaltet werden muss", analysiert Engel. (maw)

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