KKH-Allianz trennt sich

Veröffentlicht:

Die Ehe wird geschieden: Die KKH-Allianz und die Allianz Private Krankenversicherung gehen ab 2013 getrennte Wege. Damit ist die spektakulärste Kooperation zwischen einer gesetzlichen Krankenkasse und einem privaten Krankenversicherer gescheitert.

KÖLN (iss). Die KKH-Allianz und die Allianz Private Krankenversicherung werden ihre Zusammenarbeit zum Jahresende einstellen. "Die gegenseitigen Erwartungen der Kooperationspartner haben sich angesichts der bestehenden rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen nur teilweise erfüllt", teilen sie mit.

Ab 2013 wird die Kasse nicht mehr KKH-Allianz heißen; der neue Name steht nach Angaben von Sprecherin Daniela Preußner noch nicht fest. Die Kaufmännische Krankenkasse Hannover hatte zum 1. April 2009 mit der Allianz BKK fusioniert, am 1. Juli 2009 kam die Metro AG Kaufhof BKK hinzu.

Nicht wie gewünscht umgesetzt

Die Kasse und das PKV-Unternehmen wollten weit über die sonst übliche Vertriebskooperation hinausgehen. Ehrgeizige Pläne hatten sie gerade beim Thema Versorgungsmanagement. Gemeinsame Lösungen sollten sowohl die Steuerung von Kosten und Ressourcen umfassen als auch konkrete Versorgungsangebote.

"Die Idee war gut, aber aufgrund der schwieriger gewordenen politischen Rahmenbedingungen konnten wir sie nicht wie gewünscht umsetzen", sagt Preußner.

Bei der Entscheidung, die Kooperation zu beenden, hätten solche externen Gründe überwogen. Hinzu komme, dass die Kassen jetzt mehr Spielräume hätten, mit eigenen Produkten auf den Markt zu gehen.

Neuer Partner gesucht

Die KKH-Allianz, die 1,8 Millionen Versicherte hat, wird sich einen neuen privaten Partner suchen, kündigt Preußner an. "Dabei wird es um eine ganz normale Vertriebskooperation gehen und nicht um so ambitionierte Ziele wie eine Verzahnung."

Für Wilfried Jacobs, Chef der AOK Rheinland/Hamburg, kommt das Ende des Experiments nicht überraschend. "Die Partner sind mit viel zu hohen Erwartungen an die Zusammenarbeit gegangen", sagt er. Gerade die Vorstellung eines gemeinsamen Versorgungsmanagements sei unrealistisch gewesen.

Der Verweis auf die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen greift Jacobs' Ansicht nach nicht. "In dieser Hinsicht hat sich in den vergangenen drei Jahren nicht sehr viel verändert."

Lesen Sie auch: Kooperationen von GKV und PKV enden oft in Frust

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Strukturelle Ursachen ausschließen!

Das sind die Red Flags bei Nackenschmerzen

Humane Papillomviren

Nach Impfung: HPV-Screening nur zwei- bis dreimal im Leben?

Systemischer Lupus erythematodes

13 Tipps zur Umsetzung der europäischen Lupus-Leitlinien

Lesetipps
Ein einbandagierter Fuß

© Patrick Bonnor / stock.adobe.com

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Nahaufnahme eines Smartphone-Bildschirm mit dem Chatverlauf des Smartphonebesitzers mit einem Chatbot.

© terovesalainen / stock.adobe.com

Tipps für die Praxis

Wie sag ich‘s Patienten, dass der KI-Chatbot falschliegt?

Rita Süssmuth steht in ihrem Büro im Deutschen Bundestag.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Nachruf

Rita Süssmuth: Kämpferin gegen Diskriminierung