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Impfquoten

KV Nordrhein: Mehr impfen und mehr aufklären

Impfen ist der Königsweg zurück in die Normalität, sagt der Chef der KV Nordrhein Dr. Frank Bergmann. Gefragt seien Kraft und Kreativität.

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KVNo-Chef Dr. Frank Bergmann macht sich für staatliche Aufklärungskampagnen zur Corona-Impfung stark.

KVNo-Chef Dr. Frank Bergmann macht sich für staatliche Aufklärungskampagnen zur Corona-Impfung stark.

© Fabian Strauch / dpa

Düsseldorf. Mit einer gemeinsamen Aktion wollen die AOK Rheinland/Hamburg und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) die Impfquoten im Rheinland nach oben bringen. In Zusammenarbeit mit dem Apothekerverband Nordrhein und der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Nordrhein machen sie in mehreren Städten den an einer Impung Interessiertenniedrigschwellige Angebote: In Bonn, Köln, Mettmann und Siegburg sowie an zwei Standorten in Düsseldorf können Menschen ab 30 Jahren an den kommenden drei Wochenenden ohne vorherige Terminvereinbarung eine Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung mit dem Impfstoff Spikevax® von Moderna erhalten.

Die AOK Rheinland/Hamburg unterstütze die Impfkampagne seit Mitte vergangenen Jahres durch regionale Impfangebote, sagte der Vorstandsvorsitzende Günter Wältermann. „Dieses Angebot weiten wir gemeinsam mit unseren Partnern nun noch einmal deutlich aus – mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu erreichen.“ Impfen sei und bleibe der Königsweg zurück in die von allen gewünschte Normalität, betonte der KVNo-Vorsitzende Dr. Frank Bergmann.

Wechselnde Rahmenbedingungen hemmen

Insgesamt müssen nach Einschätzung von Bergmann noch einmal große Kraftanstrengungen in die Impfkampagne investiert werden. In einem digitalen Pressegespräch machte er sich für staatliche Aufklärungskampagnen stark, die auf die Unsicherheiten und Ängste der Menschen eingehen. Gefragt sind laut Bergmann auch kreative Ideen, wie die Menschen besser erreicht werden können, die nicht Deutsch sprechen. „Müssen wir möglicherweise in Quartieren Ansprechpartner benennen, die auf die Bevölkerung zugehen?“ Auch gezielte Anstrengungen zur besseren Beratung von Kindern und Jugendlichen hält er für sinnvoll.

Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte würden weiterhin intensiv zu Impfungen beraten und sie den Patientinnen und Patienten empfehlen. Allerdings seien die sich ständig ändernden Rahmenbedingungen, etwa beim Thema Impfabstände, nicht gerade hilfreich. „Sie machen uns zu schaffen und sorgen für Unsicherheit und Irritation bei den Patienten.“

Im Ernstfall Impfpflicht

Wenn sich durch Aufklärung und Beratung keine breite Immunisierung der Bevölkerung herstellen lasse, spricht für Bergmann aus medizinischer Sicht vieles für eine Impfpflicht. Sie auf bestimmte Altersgruppen einzugrenzen, ergibt für ihn wenig Sinn.

Die von der Politik beschlossene Priorisierung bei den PCR-Tests kann Bergmann nachvollziehen. Wichtig sei jetzt eine breite Diskussion auf Bundesebene darüber, an welchen Stellen diese Tests gebraucht werden. Wenn Menschen Symptome haben und es einen positiven Schnelltest gibt, sei der PCR-Test eigentlich nicht mehr nötig, erläuterte er. „Wir brauchen die Tests überall da, wo die Situation unklar ist und aus der Unklarheit heraus möglicherweise ein Risiko entsteht“, sagte Bergmann. Wenn die PCR-Tests gezielter eingesetzt würden, könnten die Labore bald schon wieder zum Normalbetrieb zurückkehren, erwartet er. (iss)

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