Kammer-Chef Bartmann hält an Kurs bei Fortbildung fest

Im Mai wählen die Ärzte in Schleswig-Holstein ihre Kammerversammlung neu, im September erfolgt dann die Wahl des Kammervorstandes.

Von Jörg Feldner Veröffentlicht:

Kammerpräsident Dr. Franz-Joseph Bartmann (58 Jahre, Klinikarzt in Flensburg) wird sich für eine dritte Amtsperiode wieder zur Verfügung stellen: "Ich habe noch viel vor."

Bartmann sieht die Aufgaben der Kammer "eher langfristig strategisch und weniger kurzzeitig und taktisch orientiert". Zum Beispiel könne man im Streit um die Honorarreform keine kurzfristigen Lösungen anbieten. Es gehe eher darum, mit Hilfe der hoheitlichen Aufgaben Weiter- und Fortbildung sowie dem Berufsrecht, "die Freiberuflichkeit des Arztes sicherzustellen", so Bartmann.

Die größten Daueraufgaben der Kammer seit 2004 ergaben sich für Bartmann aus der Umsetzung der Weiterbildungsordnung und der Nachweispflicht für die Fortbildung: "Mir scheint das in Schleswig-Holstein besser gelöst als in einigen anderen Kammerbezirken." Auch sei die Resonanz auf die für viele Vertragsärzte am 30. Juni erstmals ablaufende Nachweispflicht für Fortbildung im Vergleich zu Berichten aus anderen Kammern eher gut.

Mit Sorge sieht Bartmann die Tendenz zur Monopolisierung von Gesundheitsleistungen durch Aufkauf von Praxissitzen und Gründung von MVZ an Krankenhäusern vor allem mit privatem Kapital. Denn das liberalisierte Berufsrecht biete Möglichkeiten, ähnliche Versorgungsmodelle auch unter rein ärztlicher Regie anzubieten. Dabei könnte sowohl dem Wunsch nach Freiberuflichkeit in unternehmerischer Hinsicht aber auch nach Beschäftigung im Angestelltenverhältnis auch in der ambulanten Medizin Rechnung getragen werden.

Bartmann strebt dritte Amtsperiode an.

Die Finanzierung der Kammer-Fortbildung - in Schleswig-Holstein zentral in der eigenen Akademie - ist schwieriger geworden. Bartmann: "Das Fortbildungsverhalten hat sich geändert, das bekommen wir zu spüren." Mit der Nachweispflicht sind Angebote aufgekommen - Fortbildungsportale oder Fortbildungen über Printmedien - die vom zeitlichen Aufwand und kostenmäßig günstiger sind als das Akademieprogramm. "Hinzu kommt, dass wir in Schleswig-Holstein unverändert daran festhalten, Kammer-Fortbildungen auf hohem Niveau und frei von Sponsoring anzubieten." Trotz aller Bemühungen werde die Akademie auf Zuschüsse aus dem Kammerhaushalt angewiesen bleiben. "Dieses Geld ist gut angelegt", glaubt er.

Bartmann rechnet damit, dass sich der jetzige Vorstand geschlossen zur Wiederwahl stellen wird, wenn das Wahlergebnis dies zulässt: "Wir haben erfolgreich zusammengearbeitet."

Zahl der Wahlberechtigten ist um 1700 gestiegen

Seit der letzten Kammerwahl ist die Zahl der Ärzte in Schleswig-Holstein um rund 1700 auf 14 762 gestiegen. Die Wahlberechtigten haben so viele Stimmen, wie Sitze auf ihren Wahlkreis entfallen. Die größten Wahlkreise sind Kiel mit zwölf und Lübeck mit elf Sitzen. Um die 70 Sitze in der Kammerversammlung bewerben sich 236 Kandidaten. Jüngste Kandidatin ist Anne Jonas aus Kiel (27 Jahre), ältester Bewerber ist der 70-jährige Dr. Michael Sonntag aus Pönitz.

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