Baden-Württemberg

Kammer gegen Schnellschüsse bei Telemedizin

Kammerdelegierte betonen Qualitätssicherung und sind gegen generelle Öffnungsklausel.

Veröffentlicht:

STUTTGART. Die baden-württembergische Ärztekammer drängt bei der Fernbehandlung darauf, die Qualität der Behandlung sicherzustellen. In einer Entschließung haben die Delegierten in ihrer jüngsten Kammerversammlung gefordert, Ärzte, die eine Fernbehandlung anbieten, müssten den Facharztstatus gegenüber der Kammer nachweisen. Zudem müsse der Arzt, der diese Leistungen anbietet, an der Versorgung teilnehmen. Sichergestellt sein sollte zudem, dass ein Patient – wenn nötig – auch in einer Praxis oder einer Klinikambulanz vorgestellt werden kann.

Die Delegierten sprachen sich als Folge gegen eine generelle Öffnung der Fernbehandlung ohne Qualitätssicherung aus. Entsprechende Passagen aus der Musterberufsordnung haben sich die Delegierten nicht zu eigen gemacht. Sie halten damit an dem Genehmigungsvorbehalt für Modellprojekte zur Fernbehandlung fest, sieben entsprechende Vorhaben haben bisher das Plazet der Kammer erhalten.

Bei einem der Projekte, der telemedizinischen Versorgung von Gefängnisinsassen, sprach sich die Kammerversammlung dafür aus, auch die suchtmedizinische Versorgung zu berücksichtigen. Alle diese Projekte sind mit einer Pflicht zur Evaluation verbunden.

In weiteren Beschlüssen sprach sich die Kammer für die Etablierung von „anonymen Krankenscheinen“ aus. Die Landesregierung wurde gebeten, sich das entsprechende Modell für die Versorgung von Menschen ohne Papiere in Thüringen näher anzuschauen.

Die Delegierten forderten zudem die Kammer auf, dass der elektronische Heilberufeausweis in Baden-Württemberg nur mit aufgedruckter einheitlicher Fortbildungsnummer (EFN) ausgegeben wird. Dabei sollten nur Telematik-Anbieter berücksichtigt werden, die eine monatliche Kündigung ermöglichen. (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Warten auf Facharzttermine

KBV-Chef Gassen: Die meisten Patienten haben binnen drei Tagen einen Termin

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Videosprechstunden bieten Ärzten und Patienten mehr Flexibilität.

© KRY

Videosprechstunde

Mit Telemedizin zu neuen Patienten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: DMS Digital Medical Supply Germany GmbH
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Adipostas und deren Folgen sind zu einer der häufigsten Todesursachen geworden.

© Christian Delbert / stock.adobe.com

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Plaque im Gefäß

© Dr_Kateryna / Fotolia

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen