Kasse muss Therapiedreirad für Erwachsene bezahlen

Bundessozialrichter erkennen die Benutzung eines Spezialrades als wichtigen Bestandteil für eine erfolgreiche Behandlung an.

Veröffentlicht:

KASSEL (mwo). Auch Erwachsene können Anspruch auf ein Therapiedreirad haben. Die gesetzliche Krankenversicherung muss dies bezahlen, wenn damit der Erfolg einer Krankenbehandlung gesichert werden kann, urteilte kürzlich das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel.

Damit sprach das Bundessozialgericht einer heute 45-jährigen Frau aus Mittelhessen ein Therapierad zu. Sie leidet an einer links- und beinbetonten Tetraspastik und nutzt - neben Rollstühlen - seit ihrem 16. Lebensjahr ein Behindertenrad. Ersatz für das nach langen Jahren unbrauchbare Rad lehnte die Kasse ab: Bei Erwachsenen zähle das Radfahren nicht zu den Grundbedürfnissen, für die die Krankenversicherung einzustehen habe.

Doch im konkreten Fall dient das Therapierad der "Sicherung des Erfolgs der Krankenbehandlung", urteilte das BSG. Neben Krankengymnastik benötige die Frau ein regelmäßiges Bewegungstraining, für das das Therapiedreirad laut Gutachten am besten geeignet sei. Da das Rad als Sonderanfertigung speziell auf die 45-Jährige zugeschnitten sei, handele es sich auch nicht um einen Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens, für den die Krankenkasse nicht aufkommen muss.

Inzwischen hatte die Hessin sich selbst ein Therapierad für 2300 Euro gekauft. Das Landessozialgericht soll nun lediglich noch prüfen, ob dies der Höhe nach erforderlich war.

Az.: B 3 KR 5/10 R

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne aus Berlin

Die Glaskuppel zu Wartezeiten in Arztpraxen: Ultimative Fragen

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Lesetipps
Ein Mann schwimmt in einem Schwimmbecken.

© TeamDF / stock.adobe.com

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft