TV-Kritik

Keim außer Kontrolle - aber warum?

Christiane BadenbergVon Christiane Badenberg Veröffentlicht:
Im Labor wird festgestellt, gegen welche Antibiotika die MRSA-Keime resistent sind.

Im Labor wird festgestellt, gegen welche Antibiotika die MRSA-Keime resistent sind.

© Valentin Thurn / ZDF

Es gibt Dinge, die man zwar erklären kann, aber trotzdem nicht versteht. Zum Beispiel, warum sich in deutschen Kliniken pro Jahr fast 600.000 Menschen mit gefährlichen Keimen infizieren und etwa 15.000 Patienten an den Folgen sterben. Verständnis dafür aufbringen kann man wirklich nicht.

Vor allem den Zuschauern der ZDF-Reportage "Keim außer Kontrolle" vom Mittwochabend wird kaum noch vermittelbar sein, warum bei unseren niederländischen Nachbarn der gefährliche MRSA-Keim keineswegs so außer Kontrolle ist, wie in vielen deutschen Krankenhäusern.

Denn der Film zeigte auf angenehm undramatische Weise und ohne Ärzte oder Pflegekräfte an den Pranger zu stellen, wo es in vielen deutschen Kliniken bei der Hygiene hakt und wie schnell es zu einer Infektion kommen kann.

So zum Beispiel wenn ein Arzt schildert, dass es immer noch Chefärzte gibt, die mit wehendem Kittel und einem großen Tross im Gefolge wichtig von Patientenbett zu Patientenbett eilen, Pflaster abreißen, Wunden begutachten, ohne sich ein einziges Mal ordentlich die Hände zu desinfizieren.

Klar wurde auch, dass ein guter Schutz vor gefährlichen Keimen aufwändig und teuer ist. Die Autoren begleiteten den niederländischen Arzt Andreas Voss in seiner Nijmwegener Klinik. Dort wird jeder Patient, der aus einer ausländischen Klinik übernommen wird, zunächst isoliert.

Warum eine Umsetzung hoher Standards bei uns immer noch scheitert, führte der Film dann gegen Ende vor Augen. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft Georg Baum fordert für bessere Hygiene mehr Geld.

Die Sprecherin des Spitzenverbandes der Krankenkassen, Ann Marini, findet, die Krankenhäuser bekommen genug. Da bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens das kürzlich geänderte Infektionsschutzgesetz bald Wirkung zeigt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?