Kliniken klären auf

Keimen keine Chance

Aufklärung und Appell: Krankenhäuser in NRW weisen mit Plakaten und einer Wanderausstellung auf die Dringlichkeit der Händedesinfektion in Krankenhäusern hin.

Von Anna Gentrup Veröffentlicht:
KGNW-Präsident Jochen Brink (li.) und Geschäftsführer Matthias Blum beim Start der Kampagne.

KGNW-Präsident Jochen Brink (li.) und Geschäftsführer Matthias Blum beim Start der Kampagne.

© KGNW/ Frank Elschner

DÜSSELDORF. Mit einer landesweiten Hygiene-Initiative unter Schirmherrschaft von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) klären fast 360 Krankenhäuser über Krankheitserreger, Antibiotikaresistenzen und Hygienemaßnahmen zur Infektionsprävention auf.

Anlässlich des Internationalen Tages der Händehygiene zogen die Initiatoren, die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW), eine erste Bilanz der Aktion "Gemeinsam Gesundheit schützen. Keine Keime. Keine Chance für multiresistente Erreger".

Seit dem Start der Initiative vor rund sieben Wochen weisen teilnehmende Krankenhäuser in NRW mit Informationsbroschüren, Plakaten und einer Wanderausstellung auf die Dringlichkeit der Händedesinfektion in Krankenhäusern hin.

In den Einrichtungen steht während der Ausstellungszeit ein meterlanger farbenfroher Buchstabenblock mit den Worten "Keine Keime". Darauf zu sehen sind Informationstexte, die Krankenhauskeime und deren Behandlung mit Antibiotika medizingeschichtlich einordnen.

Wegweiser auf den Fußböden

Die Informationen dienen gleichzeitig als direkter Appell zur Händedesinfektion. Wegweiser auf den Fußböden leiten Besucher, Patienten und auch Mitarbeiter zum nächsten Desinfektionsmittelspender.

Nach der Anwendung zeigt ein Selbst-Test mittels UV-Licht, ob die Hände gründlich gereinigt wurden. Ergänzt wird die Aktion mit der Internetseite www.keine-keime.de mit weiteren Informationen und Neuigkeiten rund um das Thema Krankenhaushygiene.

Mit der Initiative sieht sich die KGNW auf einer Linie mit der Bundesgesundheitspolitik von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Er will den Kampf gegen multiresistente Erreger in Kliniken mit einem Zehn-Punkte-Programm vorantreiben, das er im März vorgestellt hat.

"Die Idee zu unserer Initiative kam, bevor sich Bundesgesundheitsminister Gröhe zu seinem Zehn-Punkte-Plan geäußert hat", sagte Jochen Brink, Präsident der KGNW. "Der Bundesminister hat das Thema über diesen Plan nach ganz oben auf die Agenda gesetzt. Damit spricht er uns aus dem Herzen", sagte Brink.

NRW-Ministerpräsidentin Kraft sieht in der landesweiten Initiative ein wichtiges und richtiges Zeichen. "Ich wünsche mir, dass alle Einrichtungen in der Medizin, aber auch in der Pflege das Thema Hygiene als die zentrale Aufgabe begreifen, die es wirklich ist", sagte Kraft.

Angehörige einbeziehen

Daher sei es wichtig aufzuklären und dabei die Patientinnen und Patienten aber auch ihre Angehörigen einzubeziehen. Lob kam auch von NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne).

Die breit angelegte Initiative biete die Chance, das Bewusstsein für Hygiene in den Häusern weiter zu stärken. Die Aktion ziele auf einen zentralen Punkt: das ‚Daran-Denken‘. "Hygiene muss täglich vor Ort und von und mit allen Beteiligten gelebt werden", sagte Steffens.

Bei der Verbesserung der Krankenhaushygiene dürfe es keinen Stillstand geben.Mit dem Start der Aktion ist die KGNW sehr zufrieden. Die Hygiene-Initiative sei ein voller Erfolg, die Wanderausstellung, die bislang in 35 Krankenhäusern Station machte, werde sehr gut angenommen.

Die KGNW freut die rege Beteiligung von fast 360 der insgesamt 370 angeschlossenen Kliniken. "Das ist aus unserer Sicht eine Traumquote, die wir bei den Aktionen der Krankenhausgesellschaft auf diesem Niveau noch nie hatten", sagte Brink.

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