Hörverlust

Kinder frühzeitig testen lassen!

Wenn Kinder schlecht hören, sollten Eltern früh einen Pädakustiker hinzuziehen. Pädiater warnen davor, einfach abzuwarten.

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MAINZ. Bereits bei der Einschulungsuntersuchung ist bei vielen Kindern ein Hörverlust messbar. Das betont der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Bei einem Verdacht auf Hörverlust sollte nicht abgewartet, sondern schnell gehandelt werden, rät die Vereinigung der Hörakustiker. Eltern sollten im Zweifel frühzeitig einen Pädakustiker hinzuziehen, da der Hörsinn sich bis zum Alter von 16 Jahren weiter ausbildet – und eine entsprechende Behandlung Schlimmeres verhindern kann.

Auch Martin Blecker, Präsident der Europäischen Union der Hörakustiker, mahnt: "Je früher eine Versorgung von Kindern mit Hörverlust erfolgt, desto höher sind die Chancen, dass sich Kinder altersgerecht entwickeln."

Bis zum Alter von sieben bis acht Jahren haben Kinder Schwierigkeiten, Geräusche zu unterscheiden und zu lokalisieren. Besonders Kleinkinder können Schall nur ungenau zuordnen oder überhören mitunter Geräusche.

Gleichzeitig gibt es im Kinderzimmer ganz schön was auf die Ohren, denn ab 85 Dezibel (dB) kann das Gehör von Kleinkindern – auch dauerhaft – geschädigt werden. Ein Xylophon erreicht in Kinderohren schnell den Lärmpegel eines Föns (70 bis 80 Dezibel), die Rassel sogar den einer Bohrmaschine (80 Dezibel). Das Quietscheentchen kann sich mit dem Lärmpegel eines Flugzeuges (etwa 130 Dezibel) messen.

Seit dem 1. Januar 2009 ist das Hörscreening bei Neugeborenen eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Damit hat jedes neugeborene Kind einen Anspruch auf einen Test, der Hörstörungen bereits ab den ersten Lebenstagen zuverlässig erkennen lässt. Für die weitere, insbesondere sprachliche Entwicklung von Kindern ist es wichtig, dass eine Schwerhörigkeit so schnell wie möglich erkannt und behandelt wird. (ras)

Weitere Informationen zum Neugeborenen-Hörscreening gibt es auf www.neugeborenen-hoerscreening.de.

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