Per Postkarte gegen den „Praxenkollaps“

Kinderärzte im Rheinland spannen Eltern für Protestaktion ein

In Nordrhein wollen Kinderärzte Postkarten verteilen, damit sich Eltern an Bundesgesundheitsminister Lauterbach wenden. Auch die KV Westfalen-Lippe will die Bevölkerung animieren, aktiv zu werden.

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Düsseldorf. Im Rheinland wollen die Kinderärztinnen und Kinderärzte in den kommenden Wochen 60 000 Postkarten in ihren Praxen verteilen. Mit ihnen sollen Eltern Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach nach seinem bisherigen und künftigen Engagement für die Sicherstellung einer hochwertigen pädiatrischen Versorgung fragen. „Um diese Antwort wird Herr Lauterbach nicht herumkommen“, sagt Christiane Thiele, Vorsitzende des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen in Nordrhein.

Der Verband ist Teil des Aktionsbündnisses „Praxenkollaps – Nordrhein“, mit dem ärztliche und psychotherapeutische Verbände sowie Versorgergruppen auf den befürchteten Zusammenbruch der ambulanten Versorgungsstrukturen aufmerksam machen wollen.

Die politischen Entscheider müssen endlich reagieren

Thiele fordert den Bundesgesundheitsminister auf, sich den Problemen in der Gesundheitsversorgung zu stellen und die Pädiaterinnen und Pädiater mitsamt ihren Sorgen nicht länger zu ignorieren. „Wenn Herr Lauterbach unsere Fragen nach der künftigen Versorgung nicht beantworten will, dann wird er die Fragen der Eltern beantworten müssen“, sagt sie.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) stellt den Praxen Plakate und Postkarten bereit, mit denen sie Patientinnen und Patienten über die Missstände in der ambulanten Versorgung informieren können. Mit Infokarten können die KVWL-Mitglieder die Bevölkerung motivieren, sich per E-Mail und Unterschrift an der bundesweiten Protestaktion „#Praxenkollaps verhindern!“ zu beteiligen.

„Jede Unterschrift, jede Mail ist wichtig“, betont KVWL-Vorstand Thomas Müller. Die politischen Entscheider müssten endlich die Probleme der ambulanten Versorgung wahrnehmen und die Praxen stärken, fordert er. „Ansonsten ist der Praxiskollaps nicht zu verhindern.“ (iss)

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