Koalition drängt auf schnelle Lösung für Hygieneprobleme

BERLIN (dpa/sun). Nach erneuten Hygieneproblemen in Kliniken will die schwarz-gelbe Koalition ein Maßnahmenpaket vorlegen, das den Hygienestandard - auch in Arztpraxen - verbessern soll. Auf ein entsprechendes Eckpunktepapier haben sich führende Gesundheitspolitiker der Koalition am Montag geeinigt.

Veröffentlicht:
Prominentes Beispiel aus Mainz: In solch einen Infusionsbeutel waren im vergangenen Jahr Keime gelangt. Nun will die Politik ähnlichen Fällen vorbeugen.

Prominentes Beispiel aus Mainz: In solch einen Infusionsbeutel waren im vergangenen Jahr Keime gelangt. Nun will die Politik ähnlichen Fällen vorbeugen.

© dpa

Da sind zunächst gesetzliche Regelungen zum Einsatz spezieller Hygienebeauftragter in den mehr als 2000 deutschen Kliniken. Sie sollen dafür sorgen, dass sich Ärzte und Pfleger die Hände desinfizieren, dass Ablagen und Kanülen immer sauber sind.

Laxheit in den Abläufen ist nach Expertenansicht ein Hauptgrund für Infektionen. Länder, die dies noch nicht getan haben, sollen auf Basis einer Änderung im Infektionsschutzgesetz leichter entsprechende Hygieneverordnungen erlassen können.

Dann sind da die Keime, die gegen Antibiotika resistent sind, weil diese zu oft verschrieben werden.Die Verordnungen von Antibiotika sollen sich möglichst auf nötige Fälle beschränken.

Das Robert Koch-Institut (RKI) soll die Lage bei solchen Infektionen regelmäßig bewerten und Empfehlungen zur Therapie abgeben. Da sind auch die niedergelassenen Ärzte.

Auf zwei Jahre befristet sollen neue Gebührenpositionen in der Ärzte-Honorarordnung aufgenommen werden. Hilfe für betroffene Patienten soll also entsprechend bezahlt werden.

Das Ringen um Abhilfe gegen das Hygieneproblem läuft seit mehr als zehn Jahren. Das RKI hat bereits Empfehlungen für Kliniken, Ärzte und Pfleger herausgegeben.

Doch jetzt zeigen sich die Koalitionäre entschlossen. "Wir wollen eine Lösung bis Jahresmitte durch Bundestag und Bundesrat bringen", sagte der CDU-Politiker Jens Spahn. Die FDP-Politiker Ulrike Flach will auch ein Gütesiegel für die Kliniken mit hohen Standards durchsetzen.

Die Barmer GEK begrüßte den Hygiene-Plan zwar als "Schritt in die richtige Richtung". Allerdings müssten rechtsverbindliche Vorgaben folgen, forderte die Vorsitzende, Birgit Fischer am Dienstag in Berlin.

Der Chef der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, sagte: "Wenn die Politik glaubt, allein mit mehr Vorschriften das Problem lösen zu können, wird sie Schiffbruch erleiden."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kommentar

Süß, süßer, Deutschland

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gendermedizin

Geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauenherzen schlagen anders

Lesetipps