Koalition setzt Honorarreform ganz oben auf die Agenda

In der Gesundheitspolitik holperte Schwarz-Gelb bislang vor sich hin. Ein Reformfahrplan soll für Ordnung sorgen.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:

BERLIN. Schwarz-Gelb, die Zweite: Nach dem Treffen der drei Spitzenkräfte der Koalition im Bund - Merkel, Seehofer und Westerwelle - am vergangenen Sonntag im Bundeskanzleramt soll alles besser und harmonischer werden im Verhältnis zwischen CDU, CSU und FDP. Die drei Parteien hatten sich zuletzt mehr untereinander als mit der politischen Konkurrenz gestritten - so auch über ihren Kurs in der Gesundheitspolitik.

Jetzt soll eine Art Reformfahrplan - manche sprechen von "Reformkalender" - für Ordnung und Richtung sorgen. Alles auf einen Schlag in einem einzigen Reformgesetz regeln zu wollen, sei nicht unbedingt zielführend, heißt es aus Koalitionskreisen. Daher solle die Reform in mehreren Etappen kommen - und die könnten wie folgt aussehen: Die "interministeriell" besetzte Regierungskommission, die von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) im Februar einberufen und im März ihre Arbeit aufnehmen soll, fokussiert sich ganz auf die künftige Finanzierungsstruktur in der GKV.

Gretchenfrage dabei bleibt der Sozialausgleich. Mehrere Millionen Bundesbürger zu Antragstellern für einen Sozialausgleich bei der von der FDP geplanten Gesundheitsprämie zu machen, sei ein denkbar "schlechtes Signal" einer bürgerlichen Regierung, heißt es aus der Union. Womit feststeht, dass die GKV-Finanzreform zu einer anstrengenden Bergetappe der Koalition wird.

Ist diese Etappe geschafft, könnten weitere Reformvorhaben in Angriff genommen werden. Dazu gehören in einem ersten Paket die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung inklusive Honorarverteilung, die laut Koalitionsvertrag überprüft werden soll. In einem zweiten Paket würde es um Themen wie Arzneimittelversorgung, Rabattverträge und Kosten-Nutzen-Bewertung gehen. Ein drittes Reformpaket schließlich soll das Verhältnis von GKV und PKV aufbereiten. Bleibt - last but not least - die Reform der Pflegeversicherung, die - glaubt man den Koalitionären - 2011 vorbereitet und 2012 in Gesetzestext gegossen werden soll.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein todkranker Patient liegt in einem Bett auf der Palliativstation im Krankenhaus.

© ARMMY PICCA / stock.adobe.com

Palliativregisteranalyse

Menschen mit Krebs: Viel Schmerz am Lebensende