TV im Blick

"Konfliktfall Organspende" - Doku mit Tiefgang

Das Leid der Angehörigen, der schwere Job der Ärzte: Die ARD hat eine sehenswerte Dokumentation gesendet. Das einzige Problem: der falsche Sendeplatz.

Von Florian StaeckFlorian Staeck Veröffentlicht:
Szene aus "Konfliktfall Organspende": Ärzte verpacken das Spenderherz direkt nach der Entnahme.

Szene aus "Konfliktfall Organspende": Ärzte verpacken das Spenderherz direkt nach der Entnahme.

© WDR

Seit Monaten wird im Bundestag an einer Novelle des Transplantationsgesetzes laboriert.

Die erweiterte Zustimmungslösung lädt Angehörigen am Sterbebett des Kindes oder Ehepartners eine Aufgabe auf, die sie kaum tragen können.

Die Dokumentation "Konfliktfall Organspende", die am späten Montagabend im ARD-Fernsehen gesendet wurde, legte davon Zeugnis ab.

So unprätentiös wie der Titel, so zurückgenommen zeigten die Autoren Jule Sommer und Udo Kilimann die verschiedenen Positionen: Der Arzt, der die nun hirntote Patientin bis zuletzt behandelt hat und geschockte Angehörige nach der Option einer Organspende fragen muss.

Skepsis über die Entscheidungslösung

Die Eltern des tödlich verunglückten Sohnes, die die Zustimmung zur Organspende bitter bereuen. Der herzkranke Mann, dessen Uhr abläuft, wenn sich kein Spenderorgan findet.

Bei all dem wird ruhig erklärt, was bei der Feststellung des Hirntods passiert und welche Aufgaben die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) übernimmt.

Deutlich wird die Skepsis der Autoren, ob die im Bundestag geplante Entscheidungslösung helfen kann, die schweren Entscheidungen am Sterbebett zu vermeiden.

Kritik muss sich nur die ARD gefallen lassen. Die Doku hätte keinen Sendeplatz kurz vor Mitternacht verdient.

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