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Standpunkt

Kooperation nicht um jeden Preis

Kooperation zwischen den Akteuren im Gesundheitswesen? Ja, gerne, aber nicht auf Teufel komm raus. So hat es der Ärztetag beschlossen, und das ist gut so, meint Florian Staeck. Aber die Ärzte werden kämpfen müssen.

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Der Autor ist Redakteur im Ressort Gesundheitspolitik. Schreiben Sie ihm: florian.staeck@ springer.com

Kooperationen fördern und sie zugleich kritisch begleiten - das hat der Deutsche Ärztetag in Nürnberg gefordert. Was auf den ersten Blick als Widerspruch erscheint, passt tatsächlich zusammen.

Denn einen uneingeschränkten Kooperationsappell an die eigenen Kollegen und andere Akteure im Gesundheitswesen mochten die 250 Delegierten nicht aussprechen.

So zögerten sie beispielsweise, den Gesetzgeber aufzufordern, Krankenkassen zur Förderung kooperativer Strukturen gesetzlich zu verpflichten.

Denn oberste Prämisse der Ärzte ist es, die Zusammenarbeit mit der eigenen Fachgruppe oder darüber hinaus selbstbestimmt zu gestalten. Haben dagegen Kassenmanager oder kapitalstarke Unternehmen das Heft des Handelns in der Hand, so besteht die Gefahr, dass Ärzten die Steuerung der Patienten und ihrer Daten schnell entgleitet. Kooperationen müssen daher mit Konditionen einhergehen, die Ärzte selber definieren.

Die Forderung des Ärztetags, Kammern, KVen und Berufsverbände sollten Ärzte bei der Netzbildung beraten und unterstützen, weist daher den richtigen Weg.

Alle Umfragen unter Medizinstudierenden und jungen Ärztinnen und Ärzten belegen zudem deren eindeutigen Wunsch nach kooperativen und kollegialen Arbeitsformen.

An Modellen für bessere Zusammenarbeit mangelt es nicht. Das Belegarztwesen ist dafür ein exzellentes Beispiel. Doch die Zahl der Belegärzte stagniert seit 20 Jahren - und das, obwohl sie eine klassische integrierte Versorgung an der Sektorengrenze von Klinik und Praxis leisten.

Die Gründe dafür sind unter anderem im veralteten EBM-Kapitel 36 zu finden. Im Ergebnis können gerade internistisch arbeitende Belegärzte viele konservative Leistungen nicht abrechnen.

Dieses Beispiel - wie auch die Forderung des Ärztetags nach rein hausärztlichen Medizinischen Versorgungszentren - zeigt: Kooperative Versorgungsformen unter Wahrung der ärztlichen Unabhängigkeit zu etablieren, wird den Medizinern nicht zufallen. Sie werden dafür kämpfen müssen.

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