Südkorea

Krankenversicherer klagt gegen Tabakhersteller

Drei große Zigarettenhersteller sollen nach Ansicht der staatlichen südkoreanischen Krankenversicherung für Behandlungskosten von Erkrankungen aufkommen, die auf das Rauchen zurückgeführt werden.

Veröffentlicht:

SEOUL. Südkoreas staatliche Krankenversicherung hat drei große Zigarettenhersteller aus dem In- und Ausland auf fast 40 Millionen Euro Schadenersatz verklagt.

Die lokalen Niederlassungen von Philip Morris und British American Tobacco sowie das führende einheimische Tabakunternehmen KT&G sollen für Behandlungskosten von Erkrankungen aufkommen, die auf das Rauchen zurückgeführt werden.

Sie wolle anhand von Forschungsdaten vor Gericht beweisen, dass es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Zigarettenkonsum und bestimmten Krankheiten gebe, teilte die Versicherung National Health Insurance Service (NHIS) am Montag mit. Das Bezirksgericht in Seoul soll sich damit befassen.

Es geht um Zahlungen an Patienten, bei denen zwischen 2003 und 2012 verschiedene Formen von Lungenkrebs diagnostiziert wurden. Der Zigarettenkonsum der Betroffenen habe 20 Jahre lang bei mindestens einer Schachtel pro Tag gelegen, hieß es. Die vorläufige Klagesumme von 53,7 Milliarden Won (37,3 Millionen Euro) könne sich erhöhen.

Nach Berichten südkoreanischer Medien gab es im Land bislang vier Tabakklagen von Lungenkrebspatienten und deren Familien, die aber erfolglos blieben. Erst in der vergangenen Woche hatte das Oberste Gericht eine Schadenersatzklage gegen KT&G in letzter Instanz abgewiesen. (dpa)

Mehr zum Thema

Praxen überlastet

Hausärzte in Irland müssen Leistungen rationieren

Konferenz in Ruanda

Afrika will bis 2040 Vakzine selbst herstellen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Der neue und der alte Minister: Karl Lauterbach (li.) und Jens Spahn (Mitte) bei der Amtsübergabe im Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch.

© Thomas Ecke / BMG

Amtsübergabe

Gesundheitsminister Lauterbach skizziert erste Gesundheitspläne