Berufspolitik

Kurzkuren für Handwerker - überraschend gute Ergebnisse

ROSTOCK (di). Auch verkürzte Kuren bewirken bei Handwerkern eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität. Die IKK Nord wird ihr Angebot deshalb ausbauen.

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"Die sechs Behandlungstage der Gesundheitswoche steigern körperliche und psychische Lebensqualität", sagte Ralf Hermes. Der Chef der IKK Nord verwies auf Ergebnisse einer Untersuchung durch die Hochschule Neubrandenburg, die die 2004 von der IKK als Modellprojekt eingeführten Gesundheitswochen für Handwerker untersucht hat.

Danach äußerten sich 73 Prozent der befragten Kurteilnehmer anschließend zufrieden. Grund: "Handwerker, die sich vor und zu Beginn der Kur körperlich angeschlagen fühlen, sind sechs Monate danach immer noch um ein Vielfaches gestärkt." Die IKK Nord berichtete von 50-jährigen Handwerkern, deren Körpergefühl bei Verordnung durch den Hausarzt noch dem eines 70-Jährigen entsprach.

Nach der Kur fühlten sich diese Teilnehmer wieder ihrem Alter entsprechend. Auch die Zahl der Schmerzregionen in ihrem Körper konnte in der Kur gesenkt werden. Weiteres Ergebnis: Das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Kurteilnehmer wird trotz der kurzen Zeitspanne positiv verändert - ein gesundheitsförderndes Verhalten kann also vermittelt werden.

Die Kurzkur können Hausärzte Handwerkern mit Belastungen des Muskelskelettsystems, des Herzkreislaufsystems, der Atemwegsorgane und mit psychosomatischen Beschwerden verordnen. Die IKK Nord wählt aus fünf Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern aus, die solche Gesundheitswochen anbieten. Dabei müssen die Versicherten 13 Behandlungseinheiten à zwei Stunden absolvieren. Im vergangenen Jahr nahmen 169 Handwerker daran teil.

In diesem Jahr wird das Angebot wegen der steigenden Nachfrage und der guten Ergebnisse ausgebaut. 232 Kuren dieser Art sind bis Jahresende geplant. Das Angebot wurde geschaffen, weil vielen Handwerkern die Zeit für eine dreiwöchige Kur fehlt und sie nach Erfahrungen der Innungskrankenkasse ohne Unterstützung Gefahr laufen, aus leichten chronischen Beschwerden zu entwickeln. Das Modellprojekt läuft vorerst noch bis Jahresende, die IKK Nord strebt aber eine Verlängerung an.

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