Berufspolitik

Lübeck demonstriert für den Erhalt des Medizinstudiengangs

Veröffentlicht: 15.06.2010, 12:53 Uhr
Lübeck demonstriert für den Erhalt des Medizinstudiengangs

Die Vorbereitungen für die Demonstration am Mittwoch laufen: Lübeck kämpft für seine Uni. © dpa

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KIEL (di). Am Mittwoch demonstrieren Lübecker in Kiel für den Erhalt ihrer Uni. Auslöser ist die beabsichtigte Schließung des Studiengangs Medizin, der voraussichtlich das Aus für die gesamte Uni bedeutet. In den Streit hat sich inzwischen auch Bundesforschungsministerin Annette Schavan eingeschaltet, die - auch ohne Zuständigkeit - den Medizinstudiengang retten will.

Um einem breiten Kreis die Teilnahme zu ermöglichen, finden an der Lübecker Uni keine Lehrveranstaltungen statt. Der Präsident der Universität, Professor Peter Dominiak, hat für die Aktion "Lübeck kämpft für seine Uni" einen Dies academicus ausgerufen. Ab 15 Uhr wollen die Lübecker in Kiel gegen den nach ihrer Ansicht schwerwiegenden politischen Fehler protestieren. Mit dem Beschluss der Landesregierung, ab dem Wintersemester 2011 keine Medizinstudenten mehr zu immatrikulieren, steht die gesamte Uni vor dem Aus: Von den rund 2600 Studenten sind in Lübeck rund 1500 für Medizin eingeschrieben. Die Ausbildung in der Hansestadt gilt als eine der besten bundesweit.

Die Uni kritisierte im Vorfeld der Demonstration den Kabinettsbeschluss: "Für die Universität würde er das Ende bedeuten, für den Hochschulstandort Lübeck die Marginalisierung." Wiederholt hatten Kritiker der Entscheidung auch auf die wirtschaftlichen Folgen aufmerksam gemacht. In der Region Lübeck haben sich Medizintechnikfirmen angesiedelt, für die die Nähe zur Uni wichtig ist. Auch Kammer und KV kritisieren die Schließung. "Je mehr Mediziner im Land ausgebildet werden, desto größer sind auch die Chancen für eine spätere Tätigkeit zwischen Nord- und Ostsee. Mit einer Beschränkung des Medizinstudiums auf den Standort Kiel läuft das Land Gefahr, dass sich die dringend benötigten Ärzte anders orientieren", so Kammerpräsident Dr. Franz-Joseph Bartmann.

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