Rheinland-Pfalz

Lücken bei Hausärzten werden größer

Nach aktualisierter Bedarfsplanung für Rheinland-Pfalz gibt es 93 offene Hausarztsitze.

Veröffentlicht:

MAINZ. Allein in den acht Monaten von November 2014 bis Juni 2015 ist die Zahl der unbesetzten Hausarztsitze laut aktualisierter Bedarfsplanung von 82,5 auf 93 gestiegen.

Landesweit fehlen in 25 der insgesamt 51 Planungsregionen Hausärzte, teilt die KV Rheinland-Pfalz mit. Im November waren 23 Regionen betroffen. In fünf Mittelbereichen ist der Versorgungsgrad unter 110 Prozent gesunken.

Vor dem Hintergrund der weiter steigenden Zahl offener Arztsitze warnt der stellvertretende Vorsitzende der KV Rheinland-Pfalz, Dr. Peter Heinz, vor akuten Versorgungsengpässen in den kommenden Jahren.

"Der Ärztemangel betrifft nicht nur ländliche Regionen. Auch in städtischen und stadtnahen Bezirken werden derzeit Hausärzte gesucht. Die Auswirkungen treffen allerdings Menschen in stadtfernen Regionen ungleich härter." Hier seien "echte Versorgungsprobleme" vor allem für ältere Patienten zu erwarten.

Seit Anfang Mai können sich rheinland-pfälzische Gemeinden, die jetzt oder in Zukunft einen Haus- oder Facharzt suchen, auf der Website der rheinland-pfälzischen KV unter "Ort sucht Arzt" präsentieren. So können interessierte Ärzte direkt in Kontakt zu den Gemeinden treten.

Unter der Internet-Adresse www.ort-sucht-arzt.de haben bislang Kommunen aus 19 der 51 hausärztlichen Planungsbereiche Suchannoncen veröffentlicht. Elf dieser Mittelbereiche sind derzeit geöffnet, in acht weiteren werden künftig Arztsitze frei.

Aus der Sicht der KV-Vorsitzenden Dr. Sigrid Ultes-Kaiser ist die Aktion "Ort sucht Arzt" eine Hilfe für die Gemeinden. Ohne einen grundlegenden Paradigmenwechsel mit spürbarem Bürokratieabbau und einer echten Steuerung der Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen würden sich aber künftig nicht mehr genügend junge Menschen für eine Niederlassung entscheiden.

Das jüngst beschlossene Versorgungsstärkungsgesetz erfülle die dafür notwendigen Bedingungen nicht. (HL)

Mehr zum Thema
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
„Zeitnahe ärztliche Behandlung“ in Gefahr? Der Streit um das geplante Aus der Neupatientenregelung für Praxen dauert an.

© ArtmannWitte / stock.adobe.com

TSVG-Neupatientenregelung

KBV ruft Arztpraxen auf: Protestbrief gegen Sparpläne unterzeichnen

Wird immer wieder von Patienten nachgefragt: Akupunktur bei Schmerzen.

© Max Tactic / stock.adobe.com

Daten von 44 Studien

Metaanalyse bestätigt: Akupunktur reduziert Kreuzschmerzen

Bei Herzinsuffizienz soll laut Leitlinien eine Therapie mit vier Standardmedikamenten angestrebt werden.

© freshidea / stock.adobe.com

Aktuelle Empfehlungen

Herzschwäche: SGLT2-Hemmer sind neue Säule der Therapie