Direkt zum Inhaltsbereich

138. Hauptversammlung

Marburger Bund fordert Impfpflicht für Ärzte und Pfleger

In seiner Hauptversammlung hat sich nun auch der Marburger Bund mit der Impfpflicht beschäftigt. Nach spannender Debatte trafen die Delegierten eine eindeutige Entscheidung.

Veröffentlicht:
Impfpflicht oder nicht? MB-Vorsitzende Dr. Susanne Johna wollte bei der Hauptversammlung ein eindeutiges Signal der Delegierten. (Archivbild)

Impfpflicht oder nicht? MB-Vorsitzende Dr. Susanne Johna wollte bei der Hauptversammlung ein eindeutiges Signal der Delegierten. (Archivbild)

© Gebhardt

Berlin. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat am Freitagabend über eine generelle Impfpflicht gegen SARS-CoV-2 in Deutschland diskutiert.

Am Ende der Debatte standen die Alternativen, die Impfpflicht nur für Ärzte zu fordern, eine für Gesundheits-, Pflege- und Betreuungspersonal oder die generelle Impfpflicht als ultima ratio. Die Delegierten entschieden am Ende mit großer Mehrheit dafür, den Gesetzgeber aufzufordern, die Impfpflicht für Ärzte, Pflege- und Betreuungspersonal umzusetzen.

65 Prozent der Delegierten hatten sich zuvor in einer Probeabstimmung sogar für eine generelle Impfpflicht in Deutschland ausgesprochen. Sogar 79 Prozent plädierten für eine Impfpflicht in Gesundheits-, Pflege- und Betreuungsberufen.

Warnung vor dem Shitstorm

„Reichen uns 65 Prozent als eindeutiges Signal?“, fragte MB-Chefin Dr. Susanne Johna im Anschluss an die Probeabstimmung zu einem entsprechenden Antrag. Dieses Ergebnis sei ihr nicht eindeutig genug, um sich damit vor die Kameras zu stellen. Sie plädierte dafür, die Impfpflicht nur für Gesundheits- und Pflegeberufe mit Patientenkontakt zu fordern. Daraufhin wurde Diskussion wieder aufgenommen mit dem bereits erwähnten Ergebnis.

Rudolf Henke hatte die MB-Delegierten vor einem Shitstorm ohnegleichen gewarnt, sollten sie die generelle Impfpflicht fordern. Der MB würde damit den Impfgegnern in die Karten spielen.

Der Unterschied zur Masern-Impfung

Die Corona-Impfung schaffe zudem keine sterile Immunität. Das unterscheide sie von der Masernimpfung, für die eine Masern-Nachweispflicht in bestimmten Zusammenhängen gelte, so Henke.

Michael Lachmund aus NRW wies darauf hin, dass eine Pflicht „für alle“ aus medizinischen Gründen nicht möglich sei. Ausnahmen müssten definiert werden.

„Die Impfpflicht wird Tausenden das Leben retten“, argumentierte Dr. Ulrich Strecker aus NRW. Dr. Helmut Peters verwies darauf, dass eine Impfpflicht in Deutschland international auch unter dem Aspekt der Impfstoff-Verteilungsgerechtigkeit diskutiert werden würde. (af)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gesetzliche Krankenversicherung

Ausgaben der Krankenkassen: GKV-Sparpaket führt 2027 zur Vollbremsung

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vom Schmerzgel bis zum Wiegenlied

Zehn Strategien gegen Impfstress

Kasuistik

Lebensgefahr! Tattoo mit schockierenden Folgen

Lesetipps
Bluttest

© NiDerLander / stock.adobe.com

Demenz erkennen

Neuer Ansatz für eine Alzheimer-Diagnostik mittels Bluttests

Eine schwangere Frau hält sich die rechte Bauchseite und telefoniert.

© T Mdlungu/peopleimages.com / Stock.adobe.com

Kasuistik

Schwangere mit akutem Abdomen: Der Blinddarm war es diesmal nicht