Direkt zum Inhaltsbereich

Resistenzen

Mehr Investitionen in neue Antibiotika gefordert

"Künftig neue Antibiotika zu entwickeln, kann nicht mehr nach dem bewährten System geschehen", sagt Ingrid M. Hack vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Veröffentlicht:

Bonn. Forscher der Uni Bonn fordern mehr Investitionen in neue Antibiotika (Trends in Microbiology 2014; 22, (4), 165-167).

Dies könnte durch eine gemeinsame Anstrengung von Wissenschaftlern, pharmazeutische Unternehmen und Regierungen auf globaler Ebene erfolgen, damit die Entwicklung neuer Wirkstoffe mit der Resistenzbildung der Erreger Schritt hält.

"Es ist nur eine Frage der Zeit, bis bakterielle Krankheitserreger gegen Antibiotika resistent werden", wird Dr. Till F. Schäberle vom Institut für Pharmazeutische Biologie der Uni Bonn in einer Mitteilung zur Veröffentlichung zitiert. Es reiche nicht aus, sparsam mit der Verordnung von Antibiotika umzugehen.

"Wir brauchen mehr Investitionen der Pharmaindustrie in die Entwicklung neuer Wirkstoffe", ergänzt Arbeitsgruppenleiterin Professor Gabriele M. König.

Auf die Bedeutung der Grundlagenforschung verweist Professor Hans-Georg Sahl von der Pharmazeutischen Mikrobiologie der Universität Bonn: "Darauf setzt die Entwicklung neuer Wirkstoffe durch die Industrie auf."

Anstrengung global angehen

Als eine politische Herausforderung versteht Mitautorin Ingrid M. Hack vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die aktuelle Situation. "Künftig neue Antibiotika zu entwickeln, kann nicht mehr nach dem bewährten System geschehen", wird sie in der Mitteilung zitiert.

Die Firmen erklärten, mit der Entwicklung neuer Antibiotika nicht mehr genügend Geld zu verdienen. Wissenschaft, Industrie und Regierungen sollten deshalb gemeinsam in Form einer Public Private Partnership an einem Strang ziehen.

Schäberle schlägt vor, diese Anstrengung global anzugehen, um Kräfte zu bündeln. "Wir müssen die Entwicklung neuer Antibiotika intensivieren, weil die Bakterien nicht aufhören werden, gegen Wirkstoffe unempfindlich zu werden." (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Pharmakokinetik von Rezafungin bei einer Dosierung von 400mg, gefolgt von 200mg einmal wöchentlich

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [10]

Invasive Candida-Infektionen

Modernes Echinocandin – optimierte Eigenschaften und klinische Vorteile

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mundipharma Deutschland GmbH & Co. KG, Frankfurt/Main

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Risikofaktoren im Blick

So spüren Sie eine Post-Stroke-Depression auf

Lesetipps
Eine Impf-Spritze liegt auf einem Impfpass.

© Andreas Gruhl / stock.adobe.com

Orientierung für die Impfpraxis

Impfen bei Immundefizienz: Worauf es ankommt