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Mehr musikmedizinische Angebote gefragt

Einige Ärzte bieten spezielle Sprechstunden für Musiker an, manche Hochschulen haben das Fach Musikermedizin eingeführt. Aber der Bedarf ist weitaus größer als das Angebot.

Von Nina Giaramita Veröffentlicht:
Viele Streicher haben gesundheitliche Probleme durch Fehlhaltungen.

Viele Streicher haben gesundheitliche Probleme durch Fehlhaltungen.

© blumenblueten / fotolia.com

KÖLN. Professionelles Musizieren und Singen erfordert eine vermehrte spezifische Betreuung durch Ärzte und Therapeuten. Diese Ansicht vertritt die Deutsche Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin (DGfMM).

Vor allem die Verschärfung der Arbeitsmarktsituation sowie gesteigerte instrumentaltechnische Anforderungen führten zu einem wachsenden Bedarf an musikermedizinischen Angeboten.

Der DGfMM zufolge gibt es inzwischen bereits eine kleine Anzahl von Ärzten, die in ihrer eigenen Praxis eine spezifische Betreuung von Berufsmusikern anbieten. Darüber hinaus gibt es an einigen Kliniken spezielle Musikersprechstunden.

Gesundheit auf dem Lehrplan von angehenden Musikern

Sechs Musikhochschulen haben das Fach Musikergesundheit institutionalisiert. Ihnen angeschlossen sind Ambulanzen, die sich ausschließlich mit musikerspezifischen Gesundheitsproblemen befassen. Eine große Rolle spielt dabei die Auftrittsangst. "Mit diesem Phänomen sind wir alltäglich konfrontiert", sagt Professorin Maria Schuppert, Vize-Präsidentin der DGfMM.

Musiker, die unter Auftrittsangst leiden, können die zum Teil offenen Sprechstunden an den Hochschulen nutzen oder die "Lampenfieberambulanz" an der Uniklinik Bonn aufsuchen. Sie ist die erste psychiatrische Uniklinik, die ein verhaltenstherapeutisches Konzept speziell für Musiker mit Bühnenangst anbietet.

Solche Therapiekonzepte nehmen auch in den Anlaufstellen der Musikhochschulen eine wichtige Rolle ein, so Schuppert. Darüber hinaus werden zur Linderung der Beschwerden Entspannungsverfahren sowie Körperwahrnehmungstechniken angewandt.

Inzwischen werden diese Techniken auch in Grundlagenveranstaltungen vieler Musikhochschulen vermittelt. Nach Ansicht von Schuppert sollte die medizinische Betreuung der Musik-Studierenden jedoch weiter ausgebaut werden.

Wenn sie ihr Studium beginnen, hätten sie bereits über zehn Jahre mit ihrem Instrument verbracht und sie wollten noch weitere 40 Jahre musizieren. "Es liegt also auf der Hand, dass Prävention in der Ausbildung eine essentielle Rolle zukommen muss."

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