Direkt zum Inhaltsbereich

BÄK-/KBV-Papier

Mehrwert für Patienten zählt bei der Europawahl

BÄK und KBV haben anlässlich der Europawahl ein Positionspapier mit sechs Kernforderungen veröffentlicht. Darin betonen sie, dass Patienten, und nicht der Binnenmarkt, Maßstab für die EU sein müssen.

Veröffentlicht:
BÄK und KBV haben gemeinsam Kernpunkte der deutschen Ärzteschaft zur Europawahl im Mai formuliert.

BÄK und KBV haben gemeinsam Kernpunkte der deutschen Ärzteschaft zur Europawahl im Mai formuliert.

© Sascha Steinach / ZB / picture alliance

BERLIN. Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben Kernpunkte der deutschen Ärzteschaft zur Europawahl am 26. Mai formuliert.

Europäische Institutionen sollten darauf achten, dass ihre Initiativen „einen echten Mehrwert für Patienten“ darstellen, heißt es in dem Papier.

Warnend schieben BÄK und KBV hinterher, dass dabei die Grundsätze der Verhältnismäßigkeit und Subsidiarität zu beachten sind. Mit anderen Worten: Im Zweifelsfall sollte eine Regelung auf Ebene der Nationalstaaten Vorrang vor EU-weiten Initiativen haben.

Sechs-Punkte-Programm

In sechs Punkten skizzieren beide Organisationen ihre Anliegen: Patientenschutz müsse vor Marktinteressen gehen. Daher werden Kommission und EU-Parlament aufgefordert, „ärztliche Leistungen keinen marktwirtschaftlichen Optimierungsstrategien unterzuordnen“.

Lob erntet die Berufsanerkennungsrichtlinie der EU, da sie die Mobilität von Ärzten gesteigert habe. Wichtig ist aus Sicht von BÄK und KBV, dass die nationalen Anforderungen an Aus- und Weiterbildung transparent sind.

Die Schaffung einer einheitlichen europäischen Aus- und Weiterbildungsordnung wird abgelehnt. Bei der Beurteilung, welche Sprachkenntnisse ausreichend sind, solle den Mitgliedsstaaten ein ausreichender Spielraum verbleiben.

Chancen der Digitalisierung "richtig nutzen"

Drittens appellieren beide Organisationen an die europäischen Institutionen, die Chancen der Digitalisierung „richtig zu nutzen“. Wichtigstes Kriterium ist dabei, dass das Vertrauensverhältnis von Ärzten und Patienten auch in einer digitalen Welt erhalten bleibt.

Viertens wird ein für Ärzte gesundes und sicheres Arbeitsumfeld gefordert. Das meint insbesondere den Schutz vor verbaler, physischer und psychischer Gewalt.

Fünftens begrüßten BÄK und KBV ausdrücklich Bemühungen, Antibiotika-Resistenzen einzudämmen und Impfraten zu erhöhen. Engpässe bei der Verfügbarkeit von Arzneimitteln entstünden oft durch Produktion außerhalb der EU und in unzureichender Qualität.

Sechstens akzeptieren beide Organisationen die Migration von Arbeitskräften im Gesundheitswesen als Teil des Binnenmarkts. Dies dürfe aber nicht zu Lasten ärmerer Mitglieder in der EU gehen.

Die Staaten seien selbst verantwortlich, Ärzte und Angehörige anderer Gesundheitsberufe in ausreichender Zahl auszubilden. (fst)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Deutschlands EU-Einfluss

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Arbeiten in der Alpenrepublik

Alternative Schweiz? Die Chancen für deutsche Ärzte stehen gut

Buchtipp

Neuer Bildband: Helden eines schrecklichen Krieges

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München

Weniger Bürokratie

Wie nützt Digitalisierung?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Muster 16. DiGA-Verordnungen sind als „Gebühr frei“ zu kennzeichnen (1). Im BVG-Feld (2) steht eine „6“, wenn nach Bundesversorgungs- oder -entschädigungsgesetz Anspruch auf die Verordnung besteht. Im Verordnungsfeld (3) darf maximal eine DiGA verordnet werden. Anzugeben sind „Digitale Gesundheitsanwendung“, die PZN und der Name der jeweiligen DiGA [7].  Pfizer Deutschland GmbH

© Pfizer Deutschland GmbH

Chronischer Schmerz: Digitalisierung hält Einzug

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?

Hantavirus und Ebolavirus

Was Patienten brauchen, die Sorge vor einem neuen Virusausbruch haben

Lesetipps
Dreidimensionale gerenderte Darstellung einer Fraktur des linken Oberschenkels.

© samunella / stock.adobe.com

Rasche Mobilisation entscheidend

Fraktur im Alter: An Delir und Osteoporose denken!

Vegane Ernährung, grünes Gemüse

© Johannes / stock.adobe.com / Generated with AI

Ernährungsberatung

Schilddrüse: Vegane Ernährung verschärft Jodmangel

Kardiologe Oliver A. Schmidt

© privat

Arzt entwickelt MFA-Börse

So finden Praxisinhaber die MFA, die zu ihnen passt