Corona-Pandemie

Merkel: Dynamik bei der sich ausbreitenden Delta-Variante „besorgniserregend“

Die Coronavirus-Pandemie ist noch lange nicht vorbei, betont Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer letzten Sommerpressekonferenz. Die aktuelle Entwicklung bei der Ausbreitung der Delta-Variante sieht sie mit großer Sorge.

Veröffentlicht:
Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt: Alle zwei Wochen ist mit einer Verdopplung der Corona-Inzidenz zu rechnen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt: Alle zwei Wochen ist mit einer Verdopplung der Corona-Inzidenz zu rechnen.

© Wolfgang Kumm / dpa

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor der Ausbreitung der Delta-Variante von SARS-CoV-2 gewarnt. „Die Zahlen steigen wieder mit, wie ich finde, besorgniserregender Dynamik“, sagte die Regierungschefin bei ihrer letzten Sommerpressekonferenz am Donnerstag im Haus der Bundespressekonferenz.

Alle zwei Wochen sei mit einer Verdoppelung der Inzidenz zu rechnen, warnte Merkel. Die Länder könnten auch jetzt schon wieder Maßnahmen gegen die Ausbreitung ergreifen. Bei einem geplanten Treffen der Ministerpräsidenten nach Abschluss der Schadenserhebung in den Flutgebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen könne darüber gesprochen werden. Die nächste reguläre Konferenz der Länder-Chefs mit der Kanzlerin ist für Ende August angesetzt.

Die AHA-Regeln und regelmäßiges Testen würden wieder eine Rolle spielen, sagte Merkel mit Blick auf den Schuljahresbeginn. Nach wie vor hätten Kinder unter 12 Jahren kein Impfangebot.

Lesen sie auch

Überlastung des Gesundheitssystems bleibt Richtschnur

„Die Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern, bleibt Richtschnur unseres Handelns“, betonte die Kanzlerin. Das Gesundheitswesen habe sich in der Krise als sehr leistungsfähig gezeigt. Deutsche Ärzte hätten auch Patienten aus Nachbarländern behandeln können.

Merkel übte allerdings auch Kritik. „Nicht so gut geklappt hat der Schutz der Menschen in den Altenheimen“, räumte sie ein. (af)

Lesen sie auch
Mehr zum Thema

Interview mit Bayerns Hausärzte-Chef

Dr. Beier: „Die Corona-Impfstoffverteilung ist ein Irrsinn“

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Infusionen bei Long-COVID

Long-COVID-Syndrom: Warum Frauen häufiger betroffen sind

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Peter Schimmelpfennig

Nie haben sich die "Befürchtungen" der Bundeskanzlerin und Ihres Stabes bewahrheitet. Keine Prognose ist auch nur annähernd eingetreten. Auch die Begründung des Intensivbettenmangels für harsche Maßnahmen im Winter und Frühjahr hat sich als haltlos erwiesen. Ein juristisches Nachspiel darf erwartet werden. Die Aussage, dass "nur Panik verbreitet" wird, kann aus medizinischer Sicht unterschrieben werden. Die Befürchtung, dass die sogenannten "Maßnahmen" wesentlich schädlicher, als der Nutzen sind für Gesundheit, Wirtschaft, Gesellschaft, Bildung hat sich mehr als bestätigt. Aber diese Befürchtung teilt die Kanzlerin ja bis heute nicht.

Pavel Novak antwortete

Sehr geehrter Herr Kollege Schimmelpfennig,
leider sind Politiker Ärzte und Ärzte Politiker geworden. Ich finde es traurig, dass Ärzte keinen Mut haben, ärztlich zu handeln und nur den Politikern gefallen wollen. Man glaubt fast, dass unsere Patienten eigentlich keine Rolle spielen.
Mit freundlichen Grüßen
Pavel Novak

Dr. Thomas Georg Schätzler

Unsere promovierte Physikerin und Bundeskanzlerin, Frau Dr. Angela Merkel, sollte besser auf die Studienlage vorbereitet sein:

Neue Studie: BioNTech und AstraZeneca hochwirksam gegen Delta - Dass die vollständige Impfung mit den Vakzinen von BioNTech/Pfizer oder AstraZeneca auch gut vor der Delta-Variante schützt, zeigt jetzt eine britische Studie, die im New England Journal of Medicine erschienen ist.
"Effectiveness of Covid-19 Vaccines against the B.1.617.2 (Delta) Variant"
von Jamie Lopez Bernal...Mary Ramsay et al. 21.07.2021
DOI: 10.1056/NEJMoa2108891

Zwei Impfungen mit BioNTech/Pfizer sind zu 88% wirksam, um eine symptomatische Erkrankung durch die Delta-Variante zu verhindern; die Wirksamkeit gegen die Alpha-Variante lag bei 93,7%. Die vollständige Impfung mit dem AstraZeneca-Vakzin schützt zu 67% wirksam gegen die Delta-Variante, der Schutz gegen Alpha lag bei 74,5%. Damit sind beide Vakzine gegen die hochansteckende Delta-Variante fast so wirksam wie gegen die bisherige Alpha-Variante (B.1.1.1.7).
Nach nur einer Impfdosis war die Wirksamkeit beider Vakzine gegen die Delta-Variante allerdings deutlich geringer als gegen die Alpha-Variante. Sie lag für AstraZeneca und für BioNTech nach nur einer Dosis bei 30,7% (gegen Alpha: 48,7%). Die Autoren um Dr. Mary Ramsay von Public Health England (PHE) betonen deshalb, dass speziell gefährdete Bevölkerungsgruppen sich möglichst vollständig impfen lassen sollten.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Die Coronakrise hat den Pflegekräften an der Charité zugesetzt. Um sie zu unterstützen, gehören inzwischen zehn Psychologen zum Team. Sorgen können dadurch unkompliziert in den Pausen angesprochen werden.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Supervision an der Kaffeetasse

Wie die Charité ihren COVID-Kräften Beistand leistet

Pandemiebedingt sind in den ersten neun Monaten die Arzthonorare bei den 102 Kassen nur um knapp 1,8 Prozent gestiegen. GKV-weit nahmen die Leistungsausgaben inklusive Verwaltungskosten um rund 4,8 Prozent zu.

© Stockfotos-MG / stock.adobe.com

Kassenfinanzen

Kassen bunkern noch 13,6 Milliarden Euro