Antibiotika-Resistenzen

Minister ziehen an einem Strang

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) setzen darauf, mit der One- Health-Strategie den weiteren Anstieg der Antibiotika-Resistenzen zu verhindern.

Von Susanne Werner Veröffentlicht:
Statement vor dem Start des G7-Ministertreffens: Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) (l.) und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU).

Statement vor dem Start des G7-Ministertreffens: Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) (l.) und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU).

© Nietfeld / dpa

BERLIN. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will die One-Health-Strategie intensivieren, um die Zahl der Antibiotika-Resistenzen zu mindern.

Da die Gesundheit von Mensch und Tier eng verbunden ist, sei es nötig, speziell an der Schnittstelle zwischen Human- und Veterinärmedizin aktiv zu werden, sagte Gröhe kurz vor Beginn des Gesundheitsgipfels der sieben größten Wirtschaftsnationen in Berlin.

Die weltweit zunehmenden Antibiotika-Resistenzen standen am Donnerstag auf der Agenda der Gesundheitsminister aus den sieben führenden Industrienationen (G7).

Laut Gröhe haben allein in der Humanmedizin die Antibiotika-Resistenzen von 2000 bis 2010 um 35 Prozent zu genommen. Hier erfolgreich gegenzusteuern gelinge nur, wenn Politiker ressortübergreifend und international zusammenarbeiten würden, sagte der CDU-Politiker und wiederholte damit das, was er auch im Exklusiv-Interview mit der "Ärzte Zeitung" betont hat: "Kein Staat alleine kann Antibiotika-Resistenzen aufhalten."

Gröhe betonte, dass entsprechende Maßnahmen gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der internationalen Vereinigung für Tiergesundheit entwickelt werden müssten.

Zoonose-Forschung voranbringen

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt forderte, die One-Health-Strategie gemeinsam weiter zu entwickeln und umzusetzen. Er verwies darauf, dass EU-weit Antibiotika in der Tierhaltung nur für Therapiezwecke erlaubt seien und nicht um Wachstumsimpulse in der Mast auszulösen.

Deutschland habe sich bereits mit dem Tiergesundheitsgesetz dazu verpflichtet, den Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung weiter zu reduzieren. "Antibiotika sind im Stall genauso wie in Kliniken und Arztpraxen nur dann zu verabreichen, wenn dies unabdingbar ist", sagte Schmidt.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium werde in den nächsten Jahren gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem Bundesforschungsministerium die Zoonose-Forschung voranbringen, um die Übertragungswege zwischen Mensch und Tier genauer zu klären.

Gröhe kündigte darüber hinaus auch an, die Pharmaforschung in diesem Bereich stärken zu wollen. Es müssten neue Anreize für die Industrie geschaffen werden, damit diese in die Entwicklung neuer Antibiotika und auch neuer Therapien und Diagnostika investieren könne.

Mit Blick auf den Ausbruch des Ebola-Fiebers im vorigen Jahr sagte Gröhe: "In einer globalisierten Welt gibt es keine weitentfernten Krankheiten."

Der CDU-Minister forderte insbesondere, dass die internationalen WHO-Vorschriften zum Infektionsschutz auch tatsächlich in verschiedenen Staaten umgesetzt werden: "Das ist die Lektion aus Ebola."

Die reichen Staaten seien in der Pflicht, ärmere Länder dabei zu unterstützen, betonte Gröhe. Mit den Folgen der Ebola-Infektionen befassen sich die G7-Gesundheitsminister am Freitag.

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