Klinikkeime in Kiel

Ministerin kündigt Aktionspaket an

Keine betriebsbedingten Kündigungen, schnellerer Informationsfluss und mehr verpflichtende Schulungen zur Hygiene sollen den Umgang mit Problemkeimen im Norden künftig verbessern.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:
Uniklinik Schleswig-Holstein am Standort Kiel: Seit Tagen wurde bei keinem weiteren Patienten mehr der Erreger Acinetobacter baumannii gefunden.

Uniklinik Schleswig-Holstein am Standort Kiel: Seit Tagen wurde bei keinem weiteren Patienten mehr der Erreger Acinetobacter baumannii gefunden.

© Rehder / dpa

KIEL. Schleswig-Holstein zieht Konsequenzen aus der Keim-Krise am Universitätsklinikum (UKSH). Die Landesregierung stellt rund fünf Millionen Euro für einen Erweiterungsbau zur Verfügung, der die prekäre Raumsituation innerhalb eines Jahres entschärfen soll.

Geplant sind zusätzliche Betten in acht bis zehn Einzelzimmern, die in Containern untergebracht werden.

Handlungsbedarf sieht Gesundheits- und Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) besonders für die derzeit vom Erreger Acinetobacter baumannii betroffene internistische Intensivstation.

Dort stehen wie berichtet derzeit 16 Betten zur Verfügung, von denen zwölf in vier beengten Drei-Bettzimmern stehen. Die räumliche Enge soll die Verbreitung des Erregers begünstigt haben.

Weitere Maßnahmen der Landesregierung:

Keine betriebsbedingten Kündigungen am UKSH und Veränderung des Personalbedarfs nur, wenn die Baumaßnahmen - ein Neubau soll bis 2021 fertiggestellt sein - Effizienzgewinne ermöglichen.

Bessere Informationen und höhere Transparenz: Die Gesundheitsämter müssen das Ministerium künftig unmittelbar nach dem Ausbruch informieren.

Konkrete Verpflichtung für mehr Fortbildungs- und Schulungsangebote zum Thema Hygiene in medizinischen Einrichtungen für alle Berufsgruppen.

Überprüfung des Hygienemanagements durch die Gesundheitsämter. Die Ergebnisse sollen in eine Evaluation einfließen, die bis zum kommenden Jahr abgeschlossen wird.

Außerdem kündigte Alheit an, sich über eine Bundesratsinitiative für ein Screening-Programm einzusetzen, das die Krankenkassen finanzieren sollen. Sie strebt außerdem an, die Screening-Maßnahmen einheitlich zu regeln.

Für den niedergelassenen Bereich will sie gegenüber der KV auf ein restriktiveres Antibiotika-Verordnungsmanagement hinwirken und an die Leitlinien für die Therapie erinnern.

Alheit kündigte darüber hinaus an, eine Erhöhung der Mittel für die Krankenhausinvestitionen zu prüfen und sich weiterhin für einen höheren Landesbasisfallwert einzusetzen. Die vorgestellten Maßnahmen wurden im Norden begrüßt.

Die Opposition kritisierte allerdings, Alheit habe dafür zu lange gebraucht. Die Lage am UKSH stabilisiert sich unterdessen weiter, der Keim wurde bei keinen weiteren Patienten festgestellt.

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