WHO

Monti-Kommission soll Corona-Lehren für Europas Gesundheitssysteme ziehen

Von Albanien bis Zypern sollen die Gesundheits- und Sozialsysteme der 53-Mitgliedstaaten der WHO-Region Europa pandemiefester gemacht werden. Eine Kommission soll Evidenz liefern, wie das geht.

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht: 28.08.2020, 15:29 Uhr
Rot für Italiens Ex-Premier Mario Monti an einer Straße in Rom. In Kopenhagen hat das WHO-Regionalbüro Europa Grünes Licht gegeben: Monti soll die Paneuropäische Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung leiten.

Rot für Italiens Ex-Premier Mario Monti an einer Straße in Rom. In Kopenhagen hat das WHO-Regionalbüro Europa Grünes Licht gegeben: Monti soll die Paneuropäische Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung leiten.

© Mauro Scrobogna/LaPresse via ZUMA Press

Kopenhagen. Welche Investitionen und Reformen sind nach der gegenwärtigen COVID-19-Pandemie zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Gesundheits- und Sozialsysteme in den 53 Mitgliedstaaten der WHO-Region notwendig? Erörtern soll diese Frage die vom WHO-Regionalbüro für Europa just berufene Paneuropäische Kommission für Gesundheit und nachhaltige Entwicklung. Den Vorsitz der 20-köpfigen Kommission hat Italiens Ex-Präsident Mario Monti, der auch fast eine Dekade lang als EU-Kommissar diente, inne.

Die Kommission setzt sich aus ehemaligen Staats- und Regierungschefs, namhaften Biowissenschaftlern und Ökonomen, Leitern gesundheitlicher und sozialer Einrichtungen sowie Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft und Finanzinstitutionen zusammen.

Von deutscher Seite vertreten ist Luise Hölscher, Vorstandsmitglied der Heidelberger SRH Holding. Die norwegische Hausärztin Dr. Anna Stavdal bringt als künftige Präsidentin der World Organization of Family Doctors nicht zuletzt medizinische Versorgungs-Perspektiv in die Kommission ein.

Auf Konsens ausgelegt

Zur Arbeitsweise der Kommission ließ das WHO-Regionalbüro verlauten: „Nach Identifizierung und Prüfung der einschlägigen Evidenz wird die Kommission Lehren aus der Art und Weise ziehen, wie die Gesundheitssysteme verschiedener Länder auf die COVID-19-Pandemie reagiert haben und Empfehlungen betreffend Investitionen und Reformen zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit der Gesundheits- und Sozialsysteme abgeben.“

Darüber hinaus werde sich die Kommission darum bemühen, einen Konsens zu diesen Empfehlungen zu finden und die Gesundheits- und Sozialversorgung zu gesellschaftlichen und politischen Prioritäten zu machen, die als entscheidend für die nachhaltige Entwicklung wie auch die Erzielung sozialen Zusammenhalts gelten.

Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, verbindet mit der Monti-Kommission noch ein anderes Anliegen: „Unser Ziel ist es, Gesundheit im Kontext der Ziele für nachhaltige Entwicklung ganz oben auf die politische Tagesordnung zu setzen.“

Abschlussbericht bis September 2021 gefordert

Die Kommission solle mit Unterstützung eines wissenschaftlichen Beirats die Sammlung und Prüfung einschlägiger Evidenz durch ein Netzwerk von Forschern, Praktikern und Wissenschaftlern aus allen Teilen der Europäischen Region überwachen und steuern. Die Kommission soll ihre Arbeit bis September 2021 abschließen und zu diesem Zeitpunkt einen Abschlussbericht vorlegen.

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