Kommentar

Moral fürs Schaufenster

Veröffentlicht:

Von Helmut Laschet

Politiker, Ethiker, Repräsentanten der Ärzteschaft bemühen viele Worte, die Bedeutung eines würdevollen Todes in einer humanen Gesellschaft zu betonen. Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine große Lücke.

Tatsache ist: Seit dem 1. Mai 2007 haben GKV-Versicherte Anspruch auf eine spezialisierte Palliativversorgung. Doch bis heute ist diese Rechtsnorm eine hohle Formel. Ursache dafür ist die Konstruktion des deutschen selbstverwalteten Gesundheitswesens: Kein einziger Leistungsanspruch, den der Gesetzgeber normiert, kann ohne die Funktionäre der Ärzte, Krankenkassen, Krankenhäuser und der Pflegeeinrichtungen realisiert werden. Sie sind es, die konkrete Regeln für die Qualität, den Aufbau einer Infrastruktur und die Vergütung aufstellen müssen. Das ist im Fall der Palliativmedizin besonders anspruchsvoll.

Aber statt hart und zügig zu arbeiten, wird auf Zeit gespielt. Von einer flächendeckenden Leistungsstruktur ist Deutschland weit entfernt. Die Normen des Gesetzes bleiben wertloses Papier. Da hilft es auch wenig, wenn Organisationen der Ärzte und der Hospizbewegung eine "Nationale Charta zur Betreuung Schwerstkranker" entwickeln wollen. Das ist eine Moral fürs Schaufenster, aber keine konkrete Hilfe.

Lesen Sie dazu auch: Vergütungsregelung für Palliativversorgung steht Gute Palliativversorgung - ein Lotteriespiel "Vieles, was wir bisher erreicht haben, ist bedroht!"

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Datenanalyse

Demenzschutz durch Zosterimpfung: Studie liefert erneut Hinweise

NutriNet-Santé-Studie

Viel Konservierungsstoffe in der Nahrung – erhöhtes Krebsrisiko?

Stressfreie Blutabnahme

So lassen sich Schmerzen durch Nadelstiche bei kleinen Kindern mindern

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte „ePA“.

© Daniel Karmann/dpa

Neue Funktion

E-Patientenakte: Volltextsuche für Ärzte geplant

So bitte nicht! Leichter kann man es Hackern kaum machen.

© Oleksandr Latkun/imageBROKER/picture alliance

Update

Datenschutz

Tipps: Darauf sollten Praxisteams bei Passwörtern achten