Leitartikel zu Arznei-Engpässen

Nackter Preiswettbewerb fördert Monopole

Mehr Preiswettbewerb, das war lange Zeit ein probates Mittel zur Kostendämpfung. Und auch von Marktwirtschaftlern anerkannt. Doch der nackte Preiswettbewerb führt zur Konzentration - und die ist ein Risiko für eine sichere Versorgung.

Von Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht:
Vorrat erschöpft? Engpässe sind in der deutschen Arzneiversorgung nicht mehr auszuschließen.

Vorrat erschöpft? Engpässe sind in der deutschen Arzneiversorgung nicht mehr auszuschließen.

© Klaus Rose

Es ist wie eine Geschichte aus einem Lehrbuch für Wettbewerbstheorie und -politik: Funktionierender Wettbewerb, der daran gemessen wird, dass die Nachfrage nach Gütern zu einem angemessenen Preis sichergestellt werden kann, ist abhängig von einer hinreichenden Zahl von Anbietern.

Dabei wird folgender Zusammenhang unterstellt: eine große oder zunehmende Zahl von Anbietern deutet darauf hin, dass es sich um einen gewinnträchtigen Markt handelt, in dem alle ihr "Auskommen" finden. In einer solchen Situation kann ein Selektionsprozess durch Preiswettbewerb zugunsten des Verbrauchers wirken, weil sein Bedarf auch mit niedrigeren Ausgaben gedeckt werden kann.

Seit Jahrzehnten wird unterstellt, dass diese Konstellation die Situation in der Arzneimittelversorgung zutreffend beschreibt. Die politischen Instrumente, die seit Ende der 80er Jahre entwickelt und eingesetzt worden sind, waren demnach darauf gerichtet, dem Preiswettbewerb nachzuhelfen...

Mehr zum Thema

Preisverleihung

Galenus-Preis 2021: Preisträger werden gekürt

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Gekommen, um zu bleiben: Videosprechstunden sind erst mit Beginn der Pandemie von Vertragsärzten häufiger genutzt worden. Seither hat sich die Anzahl abgerechneter Videosprechstunden auf niedrigem bis mittlerem sechsstelligem Niveau im Monat eingependelt.

© Monika Skolimowska / dpa / pictu

Aktuelle Zi-Zahlen

Videosprechstunden auch 2021 auf erhöhtem Niveau

In vielen Kliniken bleibt kaum Zeit für die Weiterbildung, beklagen die jungen Ärzte.

© fizkes / stock.adobe.com

MB-Barometer offenbart

Ärztliche Weiterbildung in vielen deutschen Kliniken ein Fiasko!