Gesunde Ernährung

Nationale Reduktionsstrategie fällt bei Fachgesellschaften durch

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BERLIN. Die auf Freiwilligkeit der Lebensmittelindustrie basierende Nationale Reduktionsstrategie für Zucker, Salz und Fett in verarbeiteten Lebensmitteln ist keine „wissenschaftsbasierte“ Strategie.

Damit haben Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG), Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und der AOK-Bundesverband entsprechende Aussagen des Bundesministeriums für Ernährung zurückgewiesen.

Zwar seien die Verbände angehört worden, jedoch sind die evidenzbasierten Empfehlungen der Experten nicht berücksichtigt worden. „Das Ergebnis ist weder ein Konsens, noch hatten wir ein Veto-Recht“, sagt DAG-Präsidentin Professorin Martina de Zwaan.

Die Bemühungen von Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) seien zwar anzuerkennen, sagt Dr. Burkhard Rodeck, Generalsekretär DGKJ.

Allerdings habe das Treffen des Begleitgremiums der Nationalen Reduktions- und Innovations-Strategie gezeigt, „dass der Input der Wissenschaft im Hinblick auf gesunde Ernährung kaum bis gar nicht inhaltlich diskutiert wird“.

Auch der BVKJ fordert effektivere Maßnahmen gegen Übergewicht und Adipositas: „Wir kritisieren neben der Freiwilligkeit der Strategie und der mangelnden Definition von Obergrenzen kritischer Nährstoffe insbesondere die lange Zeitdauer für die Umsetzung der Reduktionsziele“, sagte Vizepräsidentin Dr. Sigrid Peter.

Das seien sieben verlorene Jahre für die derzeit heranwachsenden Kinder. Gerade für Softgetränke wird laut Peter dringend eine effektivere Zuckerreduktion benötigt oder eine Softdrinksteuer.

Verbände und Kassen erneuerten ihre Forderung nach einem generellen Werbeverbot von an Kinder und Jugendliche gerichteter Werbung für übergewichtsfördernde Lebensmittel sowie nach einer Nährwertkennzeichnung. (ras)

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