Neuer AOK-Facharztvertrag ist spruchreif

STUTTGART (fst/vdb). Der Ärztebund Medi webt weiter am Netz aus Hausarzt- und Facharztverträgen - und hofft bald auf den nächsten Vertragsschluss.

Veröffentlicht:
"Kinderärzte setzen 100 000 Euro pro Jahr in den Sand." Dr. Werner Baumgärtner Vorsitzender von Medi BW

"Kinderärzte setzen 100 000 Euro pro Jahr in den Sand." Dr. Werner Baumgärtner Vorsitzender von Medi BW

© Horst Rudel

Noch für Juli erwartet Medi, dass der Facharztvertrag für Neurologen, Psychiater und Psychotherapeuten endgültig mit der AOK unterschrieben werden kann. Ein Vertragsschluss in dieser heterogenen Fachgruppe hätte aus Sicht von Medi-Chef Dr. Werner Baumgärtner "Signalcharakter".

Im Schnitt geht er für die beteiligten Fachgruppen von einem um bis zu 30 Prozent höheren Fallwert als im KV-System aus. Informationsveranstaltungen sollen im September, die Einschreibung für Ärzte und Psychotherapeuten dann im vierten Quartal starten. Starten könnte der Vertrag dann Anfang 2012.

Die Einschreibungen bei den beiden anderen Facharztverträgen für Gastroenterologen und Kardiologen nehmen bislang nicht so Fahrt auf, wie Medi sich das erhofft hat, räumt Baumgärtner ein.

Neues Verfahren: "Situative Einschreibung"

Beide Fachgruppen kommen bisher in den Verträgen zusammen auf 50.000 abgerechnete Fälle im Jahr. Der Medi-Chef zeigte sich optimistisch, diese Zahl im Laufe des kommenden Jahres verdoppeln zu können. An beiden Verträgen nehmen bisher jeweils rund 160 Fachärzte teil.

Rückenwind erhofft sich Medi durch einen neuen Modus bei der Einschreibung in Facharztverträge. Durch die "situative Einschreibung" soll ab 2012 der Zeitverzug zwischen Einschreibung und Abrechnung einer Leistung entfallen. Im gleichen Quartal, in dem Patienten dem Vertrag beitreten und behandelt werden, können Ärzte Leistungen geltend machen.

Mit Blick auf die Hausarztverträge kritisiert Baumgärtner, die Verunsicherung durch Datenschützer mit Blick auf private Abrechnungszentren hätten "uns Glaubwürdigkeit bei den Ärzten gekostet".

Lesen Sie dazu auch: Medi öffnet die Tür für Kooperationen

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Neues Verschlüsselungsverfahren ECC

Elektronische Heilberufsausweise: Kartenaustausch jetzt beauftragen

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Uwe Schneider 22.07.201108:34 Uhr

Datenschutz bei Selektivverträgen

Wenn Herr Dr. Baumgärtner sagt, dass die Verunsicherung durch Datenschützer mit Blick auf private Abrechnungszentren auch den Mediverbund Glaubwürdigkeit bei den Ärzten gekostet hätte, dann hat er wohl faktisch recht. Dies darf jedoch nicht in eine undifferenzierte Kritik an den Datenschutzaufsichtsbehörden ausarten. Das Hauptproblem ist eine verunglückte Gesetzgebung, an welcher auch der jüngst als Rechtsgrundlage für die Verarbeitung von Abrechnungsdaten in Selektivverträgen verabschiedete § 295a SGB V wenig ändern wird. Da hätte eine ausgewogenere Lobbyarbeit und mehr Aufmerksamkeit im Gesundheitsausschuss des Bundestages gut getan. So wird es nun wahrscheinlich weiter manche Unklarheiten gegben.

* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Junge Frau im Rollstuhl

© Julia Zavalishina / stock.adobe.com

Interview

Was eine gute Reha beim Post-COVID-Syndrom ausmacht

Ein älterer Mann muss stark husten und hält eine Hand auf seine Brust.

© Getty Images

Infektionsmanagement

Keuchhusten: Was bei der Behandlung Erwachsener wichtig ist