Meldung ans Amt

Neuss und Bochum werden elektronisch

Ärzte sollen meldepflichtige Infektionskrankheiten direkt aus dem Praxis-PC heraus an die Gesundheitsämter melden: Was bisher nur mit fiktiven Meldungen erprobt wurde, geht jetzt in den Pilotbetrieb.

Veröffentlicht: 03.09.2013, 15:03 Uhr

KÖLN. Gesundheitsämter in Nordrhein-Westfalen sollen künftig schneller erfahren, wenn Ärzte im Labor auf meldepflichtige Infektionskrankheiten stoßen.

Unter Leitung des Zentrums für Telematik und Telemedizin (ZTG) erproben verschiedene Partner ein neues elektronisches Meldeverfahren, das helfen soll, Zeitverluste durch Medienbrüche zu vermeiden.

Bereits Anfang 2012 haben niedergelassene Ärzte, Labors und Kliniken im Rhein-Kreis Neuss damit begonnen, Infektionskrankheiten aus dem Computer heraus direkt an das Gesundheitsamt zu melden.

Während die Beteiligten dabei mit Testmeldungen arbeiteten, geht das Verfahren jetzt in den Echtbetrieb, berichtet Projektleiter Lars Treinat vom ZTG.

Die Pilotphase hat gezeigt, dass das Prinzip funktioniert. "Wir prüfen jetzt, wie die elektronischen Meldungen sinnvoll in den Praxisalltag integriert werden können, und wo es noch Verbesserungs- und Weiterentwicklungspotenzial gibt."

Erprobungsphase läuft noch bis Mitte 2014

Einbezogen ist als Testregion neben dem Rhein-Kreis Neuss auch Bochum. Die Erprobungsphase konzentriert sich auf den Informationsfluss zwischen Labors und Gesundheitsämtern. D

ie Datensätze werden per KV-SafeNet übermittelt. In Nordrhein kommt dabei die Telematik-Plattform D2D zum Einsatz, in Westfalen-Lippe KV-Connect.

"Die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe unterstützen das Projekt bei der Netzanbindung", sagt Treinat. Beteiligt sind auch das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik und die Hochschule Niederrhein. Die Bezirksregierung Arnsberg fördert das Projekt.

Die Erprobungsphase läuft bis Mitte 2014. Bewährt sich das Verfahren, soll der landesweite Ausbau folgen. "Wenn es zu dem geplanten bundesweiten Meldesystem kommt, wird unseres damit kompatibel sein", betont der Projektleiter. (iss)

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