Coronavirus / COVID-19

Niedersachsen sucht „neue Normalität“ in der Krise

Ministerpräsident Weil betont bei einem Besuch des Bundesgesundheitsministers Gemeinsamkeiten. Die Landesregierung will aber auch eine „Perspektive“ für die Kliniken.

Von Christian Beneker Veröffentlicht: 29.04.2020, 15:31 Uhr
Niedersachsen sucht „neue Normalität“ in der Krise

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (rechts) am Dienstag beim Besuch der Medizinischen Hochschule Hannover. In der Mitte: Landesgesundheitsministerin Carola Reimann.

© Ole Spata / dpa

Hannover. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) haben am Dienstag in Hannover ihre Gemeinsamkeit beim Kampf gegen die Corona-Epidemie betont. Die beiden Politiker lobten das föderale System.

Das abgestimmte Vorgehen habe dazu beigetragen, dass die Infektionszahlen in Niedersachsen zurückgehen. „Eine Überforderung des Gesundheitssystems konnte abgewendet werden“, sagte Weil. Nun sei es an der Zeit, in einer neuen Normalität vorsichtig Lockerungen einzuführen. „Alle Bereiche müssen eine Perspektive haben.“ Die Beschränkungen würden so lange andauern, bis ein Impfstoff gefunden ist.

100 von 900 vorgehaltenen Betten sind belegt

Niedersachsens Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann (SPD) dankte den Krankenhäusern im Land für ihren „großartigen Job“. Derzeit seien die vorhandenen Intensivbetten nur zu einem kleinen Teil ausgelastet. Etwa 100 von 900 vorgehaltenen Betten seien mit Corona-Patienten belegt. „Es braucht eine Perspektive für die Krankenhäuser“, so Reimann.

Nun müssten sie nach und nach die aufgeschobenen Operationen nachholen können, sagte Reimann. Zugleich müssten sie rasch reagieren und Kapazitäten zur Verfügung stellen können, sollten wieder mehr Infizierte stationär behandelt werden müssen. Reimann verwies zudem auf die großen tiermedizinischen Laborkapazitäten Niedersachsens. Sie könnten das Testmanagement erleichtern, sagte sie.

„Wir sollen nicht von einem Land abhängig sein“

„Wir werden uns den neuen Alltag gewöhnen und dabei das Infektionsrisiko im Auge behalten“, sagte Spahn. Man werde mit den Lockerungen Schritt für Schritt vorangehen. „Manchem ist das zu langsam“, räumte der Gesundheitsminister ein. Es sei aber besser, im Zweifel kleine Schritte zu tun, als das Risiko einzugehen, Lockerungen zurücknehmen zu müssen.

„Wir sollten nicht von einem Land abhängig sein, wenn es um Medikamente und Schutzausrüstungen geht“, so Spahn weiter. „Die Weltwirtschaft wird anders aussehen nach dieser Krise. Ob besser oder schlechter, weiß ich noch nicht. Aber anders.“

Spahn hatte bei seinem Besuch in Hannover an einer Kabinettssitzung der rot-schwarzen Landesregierung in Niedersachsen teilgenommen und besuchte am Nachmittag die Medizinische Hochschule Hannover.

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