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Pflegepersonal auf Reisen

Niedersachsens Pflegekammerchefin will regelmäßige Corona-Tests für Pflegekräfte

Rückkehrer aus Risikogebieten sollten Untersuchungen selbst zahlen, meint die Präsidentin der Pflegekammer Nadya Klarmann: Dann wäre mehr Geld da, um medizinisches Personal zu testen.

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Hannover. Nadya Klarmann, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen, hat angesichts der erneut steigenden Infektionszahlen in Deutschland regelmäßige Corona-Tests für Pflegepersonal gefordert. „Müssen Pflegebeschäftigte jetzt erst in ein Risikogebiet fliegen, um einen Corona-Test zu bekommen?“, so die Präsidentin.

Für Fußballprofis, Mitarbeiter in Schlachthöfen und Reiserückkehrer seien ja auch Tests vorgesehen. Die Allgemeinheit zahle dafür. Für medizinisches Personal sind unterdessen regelmäßige Tests nicht vorgesehen. „Für die Kosten sollten die Rückkehrenden aus Risikogebieten selbst aufkommen. Dann wäre vielleicht auch mehr Geld für Tests für medizinisches Personal vorhanden“, so Klarmann.

Sie verwies auf eine Studie der Universität Bremen. Sie habe gezeigt, dass Pflegebedürftige am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen sind. 60 Prozent der an der Infektion Verstorbenen sind Menschen, die in Pflegeheimen oder von Pflegediensten betreut wurden. In ambulanten Pflegediensten sei der Anteil an infizierten Mitarbeitern laut Studie doppelt so hoch wie in der Normalbevölkerung, in stationären Einrichtungen sogar sechsmal so hoch.

Grundsätzlich können Beschäftigte in Pflegeheimen und Pflegediensten getestet werden, auch wenn sie keine Symptome aufweisen. Den Weg dafür hat die Ende Mai von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgestellte Testverordnung freigemacht. „Wir haben schon vor Monaten gefordert, dass Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen regelmäßig auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet werden sollen“, sagt Klarmann. Bis heute sei noch nichts passiert. (cben)

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Kommentare
Kurt-Michael Walter 03.08.202013:23 Uhr

Corona-Testdisaster: Pflegekräfte verantwortlich für den Tod von mindestens 60 Prozent der Verstorbenen in deutschen Pflegeheimen?

Die Pflegekammerpräsidätin von Niedersachsen weist den Pflegekräften eine hohe Mitverantwortung an dem Tod von hochgerechnet 60 Prozent der an der Corona-Infektion verstorbenen Menschen, die in Pflegeheimen oder von Pflegediensten betreut wurden, zu. Die PK-Präsidäntin argumentiert: "In ambulanten Pflegediensten sei der Anteil an infizierten Mitarbeitern laut der Bremer Studie doppelt so hoch wie in der Normalbevölkerung und in stationären Einrichtungen sogar sechsmal so hoch".

Diese Argumentation zeigt auch die fatale Fehlkonstruktion der niedersächsischen Pflegekammer sowie der Pflegekammern allgemein. Nicht die Pflegekräfte sind verantwortlich für die katastrophale Todesrate in den Pflegeheimen und Kliniken sondern es sind die Pflegeheimträger, die Pflegeheimgesellschafter, Verbände und Inhaber sowie deren Führungskräfte und Entscheidungsträger.

Die Verantwortlichen in der Politik, dem Pflegeverbandswesen und dem Gesundheitswesen haben kläglich versagt. Die Schuld für dieses Corona-Testdisaster tragen nicht die Pfleger und Pflegerinnen sondern die Entscheidungsträger der sozialen Institutionen.

Fazit: Das Corona-Testdisaster in der "Pflege" ein Fall für Staatsanwälte*?

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