Deutsche Krebshilfe

Palliativmedizin an die Universitäten!

Die Deutsche Krebshilfe hat neun der elf Lehrstühle für Palliativmedizin durch Stiftungsprofessuren initiiert. Nun setzt sie auf ein Signal der Gesundheitspolitiker.

Veröffentlicht: 07.07.2014, 15:41 Uhr

DÜSSELDORF. Die Deutsche Krebshilfe hält die Einrichtung von mehr palliativmedizinischen Lehrstühlen für dringend notwendig. Noch nicht einmal an den zwölf universitären onkologischen Spitzenzentren seien solche Lehrstühle verankert, kritisierte Hauptgeschäftsführer Gerd Nettekoven beim gemeinsamen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) und für Versorgungsforschung in Düsseldorf.

Die Deutsche Krebshilfe hat sechs der derzeit neun Lehrstühle durch Stiftungsprofessuren initiiert. Man sei zwar bereit, sich weiter in diesem Bereich zu engagieren, betonte Nettekoven. "Aber es muss jetzt endlich etwas aus der Politik kommen."

Hoffnungen setzt er dabei auf den Nationalen Krebsplan. Ein Mittel, um die Palliativmedizin an Unis zu verankern, könnte es nach Nettekovens Ansicht sein, die Existenz einer Professur zur Bedingung für die Anerkennung als Comprehensive Cancer Center zu machen.

Er begrüßte die Zusammenarbeit der DGP und des Deutschen Netzwerks für Versorgungsforschung. "Ich glaube, dass die Versorgungsforschung auch für das Fach Palliativmedizin in Zukunft eine erhebliche Bedeutung hat."

Der Kongress mit seinen 2000 Teilnehmern zeige, dass die Palliativmedizin und die Versorgungsforschung in der akademischen Welt angekommen sind, betonte Kongresspräsident Professor Raymond Voltz, Direktor der Palliativmedizin an der Universität Köln. Es sind rund 300 Beiträge aus dem palliativ-hospizlichen Bereich eingegangen und 150 aus der Versorgungsforschung.

Ein Thema sei die Palliativmedizin im hohen Alter und bei fortgeschrittener Demenz. "Wie erkennen wir die Bedürfnisse der Patienten? Was sind die richtigen Forschungsmethoden?", nannte Voltz wichtige Fragen. Dazu seien Grundlagen- und klinische Forschungen notwendig. "Wir brauchen aber auch die Versorgungsforschung um zu wissen, wie die Erkenntnisse in der Versorgung ankommen." (iss)

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