Leitartikel zur Sterbehilfe

Palliativpflege macht den assistierten Suizid noch nicht obsolet

Der Wunsch Todkranker nach assistiertem Suizid würde verstummen, erhielten sie nur ausreichende Palliativpflege - so lautet ein oft gehörtes Argument in der Diskussion um Sterbehilfe. Aber so einfach liegen die Dinge vielleicht doch nicht.

Von Robert BublakRobert Bublak Veröffentlicht: 21.03.2013, 14:00 Uhr
Eine palliativmedizinische Versorgung allein ist keine hinreichende Bedingung für ein würdiges Sterben.

Eine palliativmedizinische Versorgung allein ist keine hinreichende Bedingung für ein würdiges Sterben.

© dpa

"Ein Sterben unter würdigen Bedingungen zu ermöglichen, bedeutet auch, den Bestrebungen nach einer Legalisierung der Tötung auf Verlangen oder der Beihilfe zum Suizid durch eine Perspektive der Fürsorge und des Miteinanders entgegenzuwirken."

Dieser Satz steht in der "Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland", herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, dem Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verband und der Bundesärztekammer.

Die Formulierung erweckt den Eindruck, der Wunsch Todkranker nach assistiertem Suizid hänge vor allem mit einem Sterben unter unwürdigen Umständen zusammen. Und mit diesen Umständen verschwände auch jener Wunsch.

Der Gedanke, Suizidwünsche würden hinfällig, sofern palliativ alles Erforderliche für die Patienten getan würde, liegt durchaus nahe. Doch offenbar trifft er nicht in jedem Fall den Kern. ...

Jetzt gleich lesen ... Jetzt gleich lesen ...

Mehr zum Thema

Kommentar zum Corona-Diskurs

Von Fischweibern und Begriffsvermögen

Verdacht der Volksverhetzung

Ärztekammer distanziert sich von Anti-Virologen-Lied

Grundsatzprogramm

Grüne distanzieren sich von Homöopathie

Schlagworte
Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Rudolf Hege

Es geht nicht nur um Schmerzfreiheit...

Bei der Diskussion wird gerne vergessen, dass es nicht nur Schmerzen und andere konkrekte Leiden sind, die den Wunsch nach einem Ende des Lebens aufkommen lassen. Es gibt auch einfach den Verlust jedes Lebenssinns, der hinter einer solchen Entscheidung stehen kann.

Welchen Sinn hat es beispielsweise für einen vereinsamten Menschen - weil ohne Angehörige, Kinder etc. - mit starken körperlichen Einschränkungen "auf Teufel komm raus" weiterzuleben? Für wen oder was?


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Herzecho: Ein kardiologischer Check vor der Gelenkersatz-Op lohnt sich vor allem bei älteren Patienten und solchen mit positiver Familienanamnese.

Auch bei asymptomatischen Patienten

Vor der Gelenkersatz-Op nach kardialen Risiken fahnden!

Vitamin D zur Supplementierung. Das Vitamin hemmt die Karzinogenese und die Tumorprogression nach Daten von In-vitro- und Tierexperimenten.

Seltener Metastasen

Hilft Vitamin D doch gegen Krebs?