Berufspolitik

Patienten-Unterschriften verärgern NRW-Minister

KÖLN (iss). Die Unterschriftensammlung der westfälischen Ärzte gegen restriktive Bedingungen bei Heilmittelverordnungen ist beim nordrhein-westfälischen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) auf scharfe Kritik gestoßen. Er droht der KV Westfalen-Lippe (KVWL) mit aufsichtsrechtlichen Schritten.

Veröffentlicht:
Unterschriften-Pakete, nein Danke! Gesundheitsminister Laumann verweigert die Annahme.

Unterschriften-Pakete, nein Danke! Gesundheitsminister Laumann verweigert die Annahme.

© Foto: MAGS

Die niedergelassenen Ärzte in Westfalen-Lippe sind bei der Verordnung von Heilmitteln seit langem bundesweites Schlusslicht. Die langjährige Praxis der Wirtschaftlichkeitsprüfung nach Fachgruppendurchschnitt hat eine Spirale nach unten in Gang gesetzt. Der KVWL-Vorstand macht sich dafür stark, künftig die Heilmittel-Richtlinien zum Maßstab der Wirtschaftlichkeitsprüfungen zu machen.

Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, hatten Hartmannbund und KVWL die Unterschriftenaktion initiiert. Bislang haben sich mehr als 130 000 Patienten beteiligt.

Auf die Zustellung der Pakete mit Unterschriftenlisten hat Minister Laumann ungehalten reagiert. "Wirtschaftlichkeitsprüfungen bei der Verordnung von Heilmitteln wären in Westfalen-Lippe ein kleineres Problem, wenn die Kassenärztliche Vereinigung endlich für angemessene Rahmenbedingungen und Verordnungssicherheit sorgen würde", sagte er. Laumann will die Aktion aufsichtsrechtlich prüfen lassen. "Unterschriften der Politik vor die Füße zu werfen ist einfach, wenn man alle Verantwortung von sich schieben will."

Der KVWL-Chef Dr. Ulrich Thamer ist von der harschen Reaktion enttäuscht. "Wir haben dem Minister bereits mehrfach klar gemacht, dass wir nicht gegen Kostenkontrolle bei Heilmitteln sind, sondern ein rationaleres Verfahren bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung anstreben", sagt er. Andere Politiker hätten das Anliegen im Gegensatz zu Laumann bereits aufgegriffen. Der Vorwurf, die KVWL verunsichere Patienten, sei falsch.

Mehr zum Thema

Kritik aus Mecklenburg-Vorpommern

Nordost-KV fordert schärfere Regeln für MVZ

Aktuelle RKI-Zahlen

Das Corona-Infektionsgeschehen in den einzelnen Kreisen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Dr. Thomas Fischbach

© Jocelyne Naujoks / ÄKNo

Interview

BVKJ-Präsident Fischbach: Wir erwarten eine klare Perspektive von der STIKO

3D-Darstellung von Neuronen mit Amyloid-Plaques. Nach wie vor stehen diese Plaques im Zentrum vieler Forschungsarbeiten zu neuen Alzheimertherapien.

© SciePro / stock.adobe.com

Internationaler Alzheimer-Kongress

Hoffnung auf neue Antikörper zur Alzheimer-Therapie