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12. Deutscher Internistentag

Personaluntergrenzen führen zu Zwei-Klassen-Medizin

Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) fordert Nachbesserung bei den seit Januar geltenden Pflegepersonaluntergrenzen in den Kliniken.

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Im Stress: Zu wenig Personal für die geforderte Versorgungsquote – am Ende leidet oft der Patient darunter.

Im Stress: Zu wenig Personal für die geforderte Versorgungsquote – am Ende leidet oft der Patient darunter.

© stokkete - stock.adobe.com

BERLIN. Der Mangel an Pflegekräften zwingt viele Häuser, kurzfristig Betten abzubauen. Das betonte BDI-Präsident Prof. Hans Martin Hoffmeister beim 12. Deutschen Internistentag in Berlin. Denn die Anzahl der Pflegenden bestimme als Konstante die Zahl der nutzbaren Betten.

„Das führt bei gleichbleibenden Patientenzahlen zwangsläufig zu einer Mangelversorgung“, erklärte Hoffmeister – insbesondere auf den Intensivstationen. Die Verordnung falle unter die Kategorie „gut gemeint, aber schlecht gemacht“, so der BDI-Präsident. „Wenn nur noch ein Teil der Patienten aufgrund des Bettenabbaus Zugang zur stationären Versorgung bzw. eine angemessene Betreuung erhält, ist das de facto keine bedarfsgerechte Versorgung meh“, stellte er klar.

Hier drohe zum einen eine Zwei-Klassen-Medizin, zum anderen finde eine Kannibalisierung innerhalb der Kliniken statt. Um den finanziellen Sanktionen zu entgehen, werde nämlich Personal aus anderen Klinikabteilungen abgezogen, das dort dann wiederum in der Pflege fehle. Der Bedarf des Pflegepersonals müsse daher am individuellen Krankheitsbild des Patienten ausgerichtet werden, bekräftigte der BDI.

Gleichzeitig fordert der Verband, auch die Arztkosten aus den DRG auszugliedern und – trotz der Kritik an den Pflegepersonaluntergrenzen – mit einer Arztuntergrenze zu untermauern. Denn dann bestehe für die Kliniken kein Anreiz mehr, an der patientennahen Versorgung zu sparen, sondern vielmehr die Arbeitsbelastung der Ärzte durch zusätzliches Personal zu reduzieren, so das Argument. (reh)

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