Barmer-Auswertung

Pflegekräfte erkranken besonders häufig an COVID-19

Beschäftigte in der Altenpflege wurden besonders häufig wegen COVID-19 krank geschrieben. Das hat die Barmer beim Vergleich von Versichertendaten aus 20 Branchen festgestellt.

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Der Anteil an COVID-19-Erkrankten variiert je nach Branche stark. Das geht aus einer Analyse der Barmer hervor.

Der Anteil an COVID-19-Erkrankten variiert je nach Branche stark. Das geht aus einer Analyse der Barmer hervor.

© Stockfotos-MG / stock.adobe.com

Berlin. In keiner anderen Berufsgruppe erkranken so viele Beschäftigte an COVID-19 wie in der Altenpflege. Dies hat die Barmer auf Basis von Versichertendaten ermittelt.

Im Vergleich von 20 Branchen waren in der Altenpflege 7,6 Beschäftigte je 1000 Barmer-versicherten Erwerbstätigen im vierten Quartal 2020 wegen einer COVID-19-Infektion krankgeschrieben.

Nur wenig geringer fällt die Erkrankungsrate bei Beschäftigten in Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst, Geburtshilfe sowie Erwerbstätigen in Erziehung und Sozialarbeit aus: Dort sind es jeweils 7,3 Erkrankte je 1000 Beschäftigte.

Richtige Zielgruppen werden zuerst geimpft

Vor diesem Hintergrund erreichen die bisherigen Impfungen tatsächlich die am meisten gefährdeten Zielgruppen. Das geht aus Zahlen des Impfdashboards hervor, einem Onlineangebot des Bundesgesundheitsministeriums. Demnach entfallen – Stand Montag – 46,5 Prozent aller bisher abgegebenen Impfdosen auf Beschäftigte in Gesundheits- und Pflegeberufen (1,28 von 2,81 Millionen Personen, die eine Erstimpfung erhalten haben).

37,4 Prozent der Dosen wurden bei Menschen nach der Altersindikation verimpft – vor allem an über 80-Jährige. 1,08 Millionen Personen dieser Gruppe haben bis Montag die Erstimpfung erhalten, rund 513000 auch bereits die zweite Dosis. 3,7 Prozent der Gesamtdosen entfielen auf rund 99000 Menschen mit Vorerkrankungen, die auf Basis einer medizinischen Indikation geimpft wurden.

Beschäftigte in Arztpraxen weniger, aber trotzdem stark betroffen

Deutlich seltener erkranken Beschäftigte in Arztpraxen (5,5 je 1000 Barmer-versicherten Beschäftigte). Allerdings ist dies immer noch eine hohe Rate im Vergleich zu Branchen, in denen der direkte Kontakt mit anderen Personen nicht zwingend ist. Beispiel Werbung und Marketing: Hier gab es nur 2,5 Betroffene je 1000 Beschäftigte (siehe nachfolgende Grafik).

Allerdings variiert die Krankheitsdauer bei den Betroffenen stark: Bus- oder Straßenbahnfahrer waren im Schnitt 17,8 Tage arbeitsunfähig. Beschäftigte in Gesundheits- und Krankenpflege oder im Rettungsdienst blieben 15 Tage lang krank geschrieben. Am geringsten fiel die Fehlzeit mit 12,1 Tagen in Arztpraxen aus (siehe Grafik).

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Tendenziell seien Beschäftigte in den Branchen länger krankgeschrieben, in denen Homeoffice kaum oder gar nicht möglich ist, so die Barmer. Herausstechen aber würden die Zahlen in Arztpraxen und in Pflegeberufen: Nach Ansicht der Kasse könnte dies daran liegen, „dass sie im Kampf gegen das Coronavirus an vorderster Front stünden und die verbliebenen Kolleginnen und Kollegen schnellstmöglich wieder unterstützen wollten“. (fst)

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