Kritik an Spahn

Pflegemanager: Personaluntergrenzen grundsätzlich überdenken!

Pflegemanager in Kliniken sehen es kritisch, dass die Personaluntergrenzen auf Intensivstationen bald wieder gelten. Sie mahnen: Die Vorgaben gehen am Patientenbedarf vorbei und sorgen für reichlich Bürokratie.

Veröffentlicht: 22.07.2020, 15:21 Uhr
Pflegemanager: Personaluntergrenzen grundsätzlich überdenken!

Die COVID-19-Pandemie zeige, dass sich die Personalsteuerung im Krankenhaus am „tatsächlichen Pflegebedarf“ der Patienten orientieren müsse, betont der Bundesverband Pflegemanagement.

© Julian Stratenschulte / dpa

Berlin. Pflegemanager haben die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angeordnete Wiedereinsetzung der Personaluntergrenzen (PpUG) auf Intensivstationen kritisiert.

„Die Personaluntergrenzen haben keinen Bezug zum Pflegeaufwand und werden häufig als Obergrenze missbraucht“, sagte der Vorstandschef des Bundesverbandes Pflegemanagement, Peter Bechtel, am Mittwoch. Es sei an der Zeit, die Vorgaben grundsätzlich zu überdenken.

Die COVID-19-Pandemie zeige, dass sich die Personalsteuerung im Krankenhaus am „tatsächlichen Pflegebedarf“ der Patienten orientieren müsse, so Bechtel.

Der Bedarf sei über „moderne Systeme“ und ohne bürokratischen Mehraufwand abzubilden und zu vergüten. Das neue Pflegebudget könne helfen, „Zeit zu gewinnen, um diese Systeme zu installieren“.

Pflegebudgets nutzen

Laut Pflegepersonal-Stärkungsgesetz müssen die Pflegekosten in Krankenhäusern ab 2021 vollständig aus den Fallpauschalen ausgegliedert werden.

Was Kliniken für die Pflege in bettenführenden Abteilungen ausgeben, wird gesondert über das individuell mit den Kassen auszuhandelnde Pflegebudget finanziert. Ein höherer Pflegeaufwand zieht dabei eine höhere Vergütung der entsprechenden Krankenhausleistung nach sich.

Die PpUG sind wegen der Coronavirus-Pandemie seit März außer Kraft gesetzt. Ab 1. August sollen sie wieder greifen – zunächst jedoch nur auf Intensivstationen und in der Geriatrie. (hom)

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