Kommentar

Pflegeprämie: Kein Stein der Weisen!

Von Thomas HommelThomas Hommel Veröffentlicht:

2011 soll das "Jahr der Pflege" werden. In der schwarz-gelben Koalition stiftet das Thema schon jetzt Unfrieden. Als Störenfried erweist sich einmal mehr die CSU. Union und FDP müssten sich "sehr genau" anschauen, ob die Bürokratiekosten bei einer Kapitaldeckung in der Pflege in einem angemessenen Verhältnis zu den Beiträgen stünden, so Unions-Vize Johannes Singhammer (CSU).

Von der Hand zu weisen ist der Einwand nicht. Denn was hätte ein künftig Pflegebedürftiger davon, wenn er vier, sechs oder acht Euro monatlich für eine Zusatzversicherung berappt und am Ende die Hälfte davon in die Verwaltung fließt? Die FDP sollte sich das mit der Pflegeprämie daher noch einmal gut überlegen.

Höhere Pflegekosten ließen sich auch im Beitragssystem auffangen. Das Argument steigender Lohnzusatzkosten, die Arbeit vernichten, ist eine Mär, die immer wieder erzählt, aber nicht wahrer wird.

Zudem sind die Befürworter der Kapitaldeckung bislang den Beweis schuldig geblieben, worin die Überlegenheit gegenüber dem Umlageverfahren besteht. Ohne diesen Beweis aber mutet jeder Ruf nach einer Prämie wie blanke Ideologie an.

Lesen Sie dazu auch: SPD: Pflegepläne Röslers sind reine Klientelpolitik

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