Regierungsantwort

Pflegestudium in der Nische

Bundesweit existieren 30 Studiengänge, an denen Studierende eine hochschulische Pflegeausbildung absolvieren können. Das ist die Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen.

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Berlin. Bundesweit existieren 30 Studiengänge, an denen Studierende eine hochschulische Pflegeausbildung absolvieren können. Angaben zur Zahl der Immatrikulierten liegen der Bundesregierung nicht vor, heißt es in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen. Dabei sind im Bereich Pflegewissenschaft aktuell sieben Promotionsstudiengänge an sechs Hochschulen etabliert (Witten-Herdecke, Vallendar, Schwäbisch Gmünd, Halle-Wittenberg, FU Berlin, Humboldt-Universität).

Ende März haben die Träger der Hochschule Vallendar allerdings angekündigt, die Fakultät für Pflegewissenschaft „aus wirtschaftlichen Gründen stillzulegen“. Seit 2010 haben an diesen Hochschulen insgesamt 184 Studierende promoviert, im Vorjahr waren es 21. Acht Personen haben sich in der letzten Dekade in Pflegewissenschaften oder -management habilitiert.

Beim Wissenschaftsrat ist nach Angaben der Regierung 2019 die Arbeitsgruppe „Hochschulische Qualifikationen für das Gesundheitssystem – Nachverfolgung“ eingerichtet worden. Dort sollen unter anderem die Entwicklung der Studienangebote sowie der Berufseinstieg akademisch ausgebildeter Kräfte evaluiert werden. Angelaufen ist bereits eine Studie zum Entwicklungsstand der Pflege-, Therapie- und Hebammenwissenschaften. Voraussichtlich im ersten Halbjahr kommenden Jahres will der Wissenschaftsrat die daraus abgeleiteten Empfehlungen veröffentlichen.

Schon vor 14 Jahren angemahnt

Die Grünen erinnern in ihrer Anfrage, die Gesundheits-Sachverständigen hätten bereits in ihrem Gutachten 2007 empfohlen, professionell Pflegenden mehr Handlungsautonomie zu geben, ihnen also mehr Tätigkeiten zu übertragen. Doch auch 14 Jahre später fehle es immer noch an „klaren, staatlich geschützten, erweiterten Berufsrollen für Absolventinnen und Absolventen mit Bachelor- oder Masterabschluss in der klinischen Pflege“.

Diese unklare berufliche Perspektive schade jedoch der Attraktivität der Studiengänge. Zudem sei die finanzielle Situation vieler Pflegestudierender prekär, da sie keine Ausbildungs- oder Praxisvergütung erhalten – anders als Studierende der Hebammenwissenschaften. (fst)

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