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Polnisch-deutscher Streit um Entbindungen

STETTIN/SCHWEDT (sbe). Die polnischen und deutschen Krankenkassen (NFZ) streiten sich derzeit mit dem Brandenburger Klinikum "Uckermark" um die Kostenübernahme von Entbindungen bei polnischen Patientinnen.

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Der Vorwurf der Polen: Das deutsche Spital betreibe ein gezieltes Marketing, um polnische Frauen zu einer Behandlung zu bewegen, die einen wesentlich höheren Standard als in einem polnischen Krankenhaus habe.

Die Behandlungsdokumente würden dann so ausgestellt, dass der polnische NFZ für die Kosten aufkommen müsse. Der NFZ ist rechtlich zur Kostenübernahme verpflichtet, wenn die Geburt plötzlich erfolgt. "Die polnischen Frauen tun so, als ob sie in Schwedt zum Shoppen gehen und auf einmal von den Wehen überrascht werden", erklärt die Sprecherin des NFZ, Malgorzata Koszur.

"Sollen wir die Frauen vor der Tür stehen lassen, wenn sie zu uns kommen?" kontert hingegen der Direktor des Klinikums, Michael Jürgensen. Seine Klinik werde immer helfen, wo sie nur könne. Von gezielten Marketing-Aktionen wisse er nichts. Er kenne diesen Vorwurf allerdings seit geraumer Zeit und habe deswegen schriftlich angewiesen, dass in Polen nicht geworben werden dürfe.

Bei dem Streit geht es um nicht gerade wenig Geld: "Wir rechnen insgesamt mit einer Summe von knapp 800 000 EUR für das laufende und vergangene Jahr", so Koszur. Sie geht von einem Betrag von etwa 2000 EUR pro Geburt aus. Im Jahr 2006 hätten 200 polnische Patientinnen ihre Kinder in Schwedt zur Welt gebracht - im laufenden Jahr soll die Zahl in etwa gleich hoch sein.

Auch die AOK, die für das Klinikum die Behandlungskosten von den Polen einfordern muss, schließt sich der Meinung der Polen an. "Wir haben bereits 430 000 EUR an das Spital für Geburten gezahlt und mehr werden es erstmal nicht werden", zitiert die polnische Tageszeitung "Gazeta Wyborcza" den AOK-Sprecher Marek Rydzewski in Frankfurt/Oder. Er fordert jetzt Einsicht in die Behandlungsakten.

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