"Preise für Arztpraxen verfallen auch in Berlin"

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Von wegen Überversorgung: Berlins KV-Vize Kraffel warnt vor Hausarztpraxen ohne Nachfolger.

BERLIN (ami). Die KV Berlin hat Hinweise darauf geliefert, dass der Ärztemangel entgegen der verbreiteten Annahme auch in Berlin spürbar wird.

Von den 47 Hausarztsitzen, die der Landesausschuss mit seinem letzten Beschluss freigegeben hat, sind nach Angaben von KV-Vize Dr. Uwe Kraffel sieben dadurch bedingt, dass Hausarztpraxen in Berlin ohne Nachfolger geschlossen haben.

"Allein schon diese sieben sind durch Ärztemangel entstanden", sagte Kraffel bei der Vertreterversammlung der KV Berlin. Die Äußerung des Berliner Gesundheitssenators Mario Czaja (CDU) bezeichnet er vor diesem Hintergrund als unverständlich.

74 Arztsitze entsperrt

Die Preise für Arztpraxen würden selbst in Berlin inzwischen verfallen, teilte er der "Ärzte Zeitung" auf Nachfrage mit. "Sie finden im Moment kaum jemand, der eine Praxis übernehmen möchte", sagte Kraffel.

Über die Lage der nicht nachbesetzten Praxen konnte er nichts sagen. Er äußerte aber die Vermutung, dass es sich um nicht besonders attraktive Praxen handelt.

Neben diesen sieben Hausarztsitzen wurden hat der Landesausschuss weitere neun Sitze aufgrund von Zulassungsentzügen freigegeben.

Mit 31 der neuen Hausarztsitze ist aber das Gros durch den Bevölkerungszuwachs in Berlin bedingt. Insgesamt hat der Landesausschuss 74 Arztsitze entsperrt.

Die Interpretation des Beschlusses ist zwischen KV Berlin und Krankenkassen jedoch umstritten. Während die Krankenkassen und der Gesundheitssenator die Versorgung in Berlin insgesamt gut einschätzen und nur eine Ungleichverteilung beklagen, warnt die KV Berlin vor einem Ärztemangel.

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