bpa-Geburtstag

Private Pflegeanbieter beklagen finanzielle Ungleichheit

Die privatem Pflegeanbieter haben Geburtstag gefeiert. Bundesgesundheitsminister Gröhe kam - und lobte.

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BERLIN. Private Pflegeeinrichtungen betreuen schon jetzt etwa jeden zweiten Pflegebedürftigen in Deutschland. Bis 2050 wird die Zahl der Pflegebedürftigen weiter wachsen.

Allein zur Gruppe der über 80-jährigen zählen dann rund zehn Millionen Menschen. Ohne die privaten Unternehmen, die mit ambulanter und stationärer Pflege und mit Behinderten-, Kinder- und Jugendhilfe ihr Geld verdienen, ist die Versorgung auch in Zukunft nicht zu stemmen.

Die Pflegeunternehmer haben mit ihrem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) einen einflussreichen Verband aufgebaut, der am Freitag in Berlin sein 50-jähriges Bestehen feierte.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) brachte als zentraler Festredner nicht nur politische Botschaften mit, sondern vor allem viele wertschätzende Worte. "Sie können zu Recht stolz sein auf das, was sie geleistet haben", sagte Gröhe.

Das Lob dürfte bpa-Präsident Bernd Meurer gefallen haben. Schließlich hatte er zuvor in seiner Rede kritisiert, dass viele Politiker private Anbieter und Wohlfahrtsverbände "finanziell ungleich" behandelten: "Als mittelständische Unternehmer übernehmen wir Verantwortung und investieren Geld, um jene Sozialleistung zu erbringen, die eine Gesellschaft zusammenhält."

Alarmierend sei es, wenn einzelne Politiker die freie Unternehmerschaft im sozialen und pflegerischen Bereich ablehnen würde: "Wir sind ein Teil des Sozialstaats und der Wirtschaftsordnung und wollen als Wirtschaftsfaktor anerkannt werden".

Dem bpa gehören rund 8000 Unternehmen an, die nach Verbandsangaben zusammen für 245.000 Arbeitsplätze und 18.900 Ausbildungsplätze sorgen. Gröhe betonte, dass der bpa sei bei der nun anstehenden Pflegereform ein "ganz wichtiger Partner" sei.

Die erste Stufe des Reformwerks werde am kommenden Mittwoch im Bundeskabinett verabschiedet. Sie sieht Leistungsverbesserungen wie rund 20.000 zusätzliche Betreuungskräfte und flexiblere Pflege-Leistungen vor.

Insgesamt sollen fünf Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich in die Pflege fließen und das Leistungsvolumen um 20 Prozent steigern. Finanziert wird die über eine Erhöhung der Pflegeversicherung um 0,3 Prozent. (wer)

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